Ich brauch ja Aufträge, anders gehts nicht.
Also – warum sollte man rauchen?
Erstmal zum Hintergrund: Habe nun seit ca. 20 Jahren nicht mehr geraucht. Davor sehr leidenschaftlich, jahrelang. Verleidet hat’s mir damals die Arbeit in einer Krebsklinik und überhaupt die ganze beschissene Krebsangst. Sonst nix.
Habe damals wirklich von einem Tag auf den anderen aufgehört, keinerlei Entzugserscheinungen – körperliche…
Die ganzen 20 Jahre über war ich aber immer Raucher des Herzens, habe gern an die Zigarette zurückgedacht, den Tabak, die Rituale. Natürlich auch den Kick, den Geruch und alles was eben dazu gehört.
Seit ein paar Wochen rauche ich wieder ganz bewusst, gelegentlich – aus purem Genuss…und…Widerstand.
Erstmal zum Genuss: Leute denken ja immer man rauche aus Sucht und weil man halt nicht anders kann. Was für ein Quatsch. Es ist ein grosser, grosser Genuss! Also in meinem Fall vor allem selbstgedrehte. Dieser Tabak erstmal. Liegt in der Hand wie ein Versprechen, duftet aus allen Poren, fühlt sich weich und vielversprechend an. Dann machst Du ihn auf…ich kenne wenige Gerüche, die so viel Emotion transportieren können. Selbst frisch gemahlener Kaffee ist letztlich arm dagegen. Dann die Blättchen. Ich nehme ja OCB, die blauen. Man zuppelt eines heraus, legt es in den Falz der Verpackung. Liegt da wie eine Schönheit. Dann etwas Tabak herausgezupft aus dem dichten, leicht feuchten Klumpen. Ins Papier gelegt, gedrückt, geschoben, liebevoll gezuppelt bis es gleich verteilt ist. Dann einrollen. Ich erinnere mich noch heute an die ersten Glückserlebnisse und die aufmunternden Worte der Umstehenden als es endlich lässig klappte. Kleines bisschen Triumphgefühl bis heute. Eindrehen, anlecken. Fertig. Hinten und vorne noch ein bisschen zurechtstutzen, einzelne Tabakfäden ggf. abreissen. Liegt leicht wie eine Feder in der Hand, ein Versprechen.
Dann das Feuer. Tschik Tschik Flamme, natürlich BIC Feuerzeug aus farbigem Plastik. Das man mit sich rumführt wie einen Bruder. Das man sich jederzeit erbeten kann und irgendeines ist immer da. Die Berührung der Zigarette mit der Flamme, Knistern, Aufglühen, erster Zug.
Freunde – das ist einfach gross.
Jetzt habe ich also 20 Jahre nicht geraucht (ausser gelegentlich). Warum sollte man rauchen, wenn es einen doch kaputt macht? (und das tut es – ich könnte Euch Geschichten erzählen, da zündet Ihr sicherlich die nächsten 24h keine mehr an…).
Rauchen ist ein Akt des Widerstands. Gegen die Erhaltung des eigenen Körpers, gegen die Vernunft, gegen die Broschüren der Gesundheitskasse. Ein Akt der Selbstvergewisserung, der Nähe zu sich selbst. Eine Sehnsuchtsgeste.
Als ich damals aufhörte hatte das vor allem eine gravierende Konsequenz – ich durfte keine Pause mehr machen. Ich war als Landschaftsgärtner in einem kleinen Team beschäftigt und wir arbeiteten wirklich hart, Stunden um Stunden, oftmals in grosser Hitze, bis zur Erschöpfung. Unser Chef war einer der klassischen Schule was die Arbeitstugenden anbelangte, d.h. es gab wohl Pausen, aber nur zwei am Tag. Dazwischen musste gearbeitet werden – ohne Pause. Mit einer Ausnahme: Rauchen war genehmigt, das taten alle. Das genoss einen Sonderstatus. Es war ein bisschen als hielte jemand die ganze Maschine kurz an, nur mit diesem kleinen Plastikfeuerzeug. Ich kann mich nicht an eine einzige Beschwerde oder auch nur einen Blick des Chefs erinnern wenn es hiess “eine rauchen?”. Weil es mehr war als Sucht und legitime Pause. Es war eine subversive, untergründige Aktion – letztlich aus der gleichen Energiequelle, der sich Hooligans bedienen, wenn sie eine Bushaltestelle zerstören. Zerstörung, willentlich, bewusst – als letztmöglicher Eigenheitsbeweis. However – als ich aufhörte, musste ich als einziger während dieser zahlreichen Rauchpausen weiterarbeiten. Was ich auch tat, weil man ja lange denkt, man sei durch das Nichtrauchen irgendwie moralisch gereift und habe einer Sache entsagt. Man fühlt sich stark und gereinigt und blickt ein bisschen herab auf die hustende Meute der Kollegen. Welch ein Irrtum.
(übrigens stimmt auch das ganze Gequatsche wie viel besser es einem dann ginge nicht, aber das ist ein anderes Thema…)
Der ganze Nicht-Raucher-Kult ist also ein simpler Akt der Repression. Da soll ein Widerstandsnest ausgehoben werden. Mit aller moralischer Kraft der Gesunden und gar so beherrschten Maschnisten.
Natürlich bin ich mir bewusst, mit meiner Rauchmetaphysik auch nur der Reemtsma-Industrie auf den Leim zu gehen, vermutlich ist sogar das ganze oben geschilderte Produkterlebnis Punkt für Punkt in deren Marketingabteilung durchkomponiert worden. Aber eines ist sicher – Rauchen zerstört. Und deshalb sollte man es tun.
No related posts.
Related posts brought to you by Yet Another Related Posts Plugin.

Ich hoffe dir ist der Eintrag unangenehm, wenn du drüber nachdenkst.
ganz schön widersprüchlich
Schön ironisch geschrieben, gefällt mir.
Bei der Tabakdreherei habe ich schon aufgehört zu lesen. Wie sowas in der Realität bei den meisten aussieht, kann man sich Nachmittags im Privatfernsehen ansehen.
Diese Pausenzeiten, nur für Raucher, sind ebenfalls nicht schönzureden. Die sollten einfach von den regulären Pausen abgezogen werden. Wieso sollte jemand Privilegien erhalten, weil er bereit dazu ist, seinen Körper für teuer Geld zu zerstören?
Oh je, wenn das Deine Form von Widerstand ist – gegen was eigentlich wirklich? Du nennst ja nur Pseudo-Gründe! – dann spreche ich Dir mein Bedauern aus.
WTF? Du verteidigst die kranke Sitte, Rauchern neben der Lebensverpestung anderer auch noch mehr Pausenzeit zuzugestehen? Ich fasse es nicht. Und RAUCHEN AUS TROTZ … tiefes Mitleid bemächtigt sich meiner.
(Oh, mir würde durchaus noch sehr viel mehr einfallen, aber wenn ich das jetzt rauslasse, bin ich für den Rest des Tages vor Wut arbeitsunfähig. Lassen wir das also.)
Ich bevorzuge zwar mein geliebtes Zippo (Haptik, Geruch, Klapp – Ratsch – Klick) zum Anzünden, ansonsten kann ich dir zum Thema Selbstgedrehte nur zustimmen.
FALLS das übrigens rein ironisch gemeint sein sollte, ist es bei mir nicht angekommen. Wobei es ja zu hoffen wäre.
für Ironie nicht ironisch genug
Ach ja, so einen Genussraucher kenne ich auch. Früher hat der dann immer ganz besonderen, teuren Tabak zum Selbstdrehen gekauft. Den gab’s dann leider nicht mehr, nur noch den nicht ganz so guten. Also, der ging gerade noch, aber wenn es den nicht mehr gibt… öh, der wurde abgeschafft. So ein Pech aber auch. Aber dieser hier, der geht zur knappen Not. Als letzte Möglichkeit.
Was soll ich sagen: 13 Jahre später und mit bekundet “leider immer schlechteren Tabaken” raucht der mir bekannte “Genussraucher” immer noch. Blabla.
Kinderkacke, was anderes ist das nicht, sorry. Ach, doch, ich vergaß: Man nennt es ja eigentlich Sucht. Na sowas…
Jaja, der Genuss ist es … nicht etwa die Sucht.
1. Man hört ja immer wieder, wie gut die erste Zigarette geschmeckt hat. Da musste man gleich mehr von haben.
2. Aber Genuss ist steigerbar: Abhusten morgens, Atemnot beim Treppensteigen, vergilbte Tapeten (die sich auch nicht mehr einfach weiß überstreichen lassen), ein miefiges Auto (das jetzt noch weniger wert ist), gelbe Fingerknöchel (Backofenspray soll übrigens kurzzeitig helfen). Das kann einem schon einmal durchschnittlich fast 8 Jahre weniger Lebenszeit wert sein.
3. Schön ist auch die anschließende Zwickmühle:
“Ich würde ja versuchen aufzuhören, habe aber Angst (also neben der Krebsangst), dass ich dann zunehme, wie die anderen, die versucht haben aufzuhören.”
Im Ergebnis wird es dann noch etwas aufgeschoben, dann doch versucht, dann werden 10kg zugelegt, dann wird wieder mit dem Rauchen angefangen … und die 10kg bleiben natürlich.
4. Aber eigentlich waren wir ja beim Genuss, sorry:
a) Hut ab vor einem Genuss, der einem ernsthaft nahelegt, nach einem 60 EUR-Abendessen mit feinsten 4 Gängen der leckersten Speisen erst einmal eine Zigarette anzuzünden für den Genuss … damit der Geschmack des guten Essens verschwindet?
b) Ebenso ist es auch ein Genuss, nach jeder Zigarette (die man ja wegen des Geschmacks geraucht hat) erst einmal zwanghaft ein Kaugummi zu kauen, damit man erstens nicht so ekelig riecht und zweitens der Partner nicht immer das Gefühl hat, er küsse einen Aschenbecher (was übrigens nur eine alberne Floskel ist, denn eigentlich schmecken Raucher leicht säuerlich und das Kaugummi hat keine Chance gegen den Zigarettengeschmack).
c) Der Höhepunkt des Genusses ist die “Zigarette danach”. Das lässt sich besonders dem Partner gut erklären. Der dachte eigentlich, er habe gerade für den Höhepunkt gesorgt … aber richtig gut scheint der nur zu sein, wenn man als Raucher anschließend eine Zigarette für ein paar Cent einatmen kann.
5. … ach, lassen wir es hier gut sein.
Liebe Raucher, ich glaube euch sofort, dass das Rauchen euch wirklich Genuss bereitet (das sind das beruhigend wirkende Nikotin und die vielen Hundert chem. Zusatzstoffe, die die Tabakfirmen sich für euch ausgedacht haben), aber es dann auch noch schönzureden mit “Freiheit, Widerstand, gegen den Strom schwimmen, unangepasst sein etc.” ist so lächerlich wie dumm.
Ihr seid aus einer Generation, die definitiv schon immer wusste, dass Rauchen ungesund, gefährlich, teuer und schnell eine Sucht ist.
Also wart ihr irgendwann zu schwach, der Zigarette zu widerstehen, als sie noch gar nicht süchtig machen konnte. Anschließend hat sie euch zusätzlich körperlich und psychisch abhängig gemacht … und jetzt soll man euch glauben, ihr rauchtet wegen des Gefühls der Rebellion?
Um das zu glauben, müsste man noch dümmer sein als jemand, der ernsthaft vorsätzlich seine Gesundheit opfert, nur um Teil einer Rebellion zu sein, die niemand als solche wahrnimmt.
So was hab ich ja noch nie gelesen. Sorry, aber peinlicher geht es ja wirklich nicht. Sorry, da habe ich kein Verständnis für.
Gnihihi. Der @343max hat’s auf den Punkt gebracht. http://bit.ly/d7cnN5
Also, ich weiß gar nicht, was ihr habt. Ich find es toll, dass es Raucher gibt, die so eine positive Einstellung zu ihrer Krankheit haben. Dass, was die an Kassenleistungen mehr kosten, holen die locker durch eingesparte Renten wieder rein. Sie machen frühzeitig Wohnraum frei und bedürfen meist nur einmal pro Jahr der Pflege – meist vor Allerheiligen.
LOL, Sie haben niemals RICHTIG geraucht und waren dann 20 Jahre rauchfrei – never.
Sie haben keine Ahnung von den Entzugserscheinungen, WENN man 20 Jahre geraucht hat, von dem Raucherhusten, der erst NACH dem aufhören anfängt, von der langsamen Wiederentdeckung des Geruchs- und Geschmackssinnes – und von der Entdeckung wie widerlich sich kalter Rauch in ALLEM festsetzt und einen würgen lässt.
JEDER, der wie ich tatsächlich fast 20 Jahre täglich 2 Schachteln konsumiert hat und es geschafft hat von diesem Dreckszeug loszukommen, wird mir zustimmen und bei diesem Artikel lauthals lachen.
Oder ist der Artikel Teil Ihres gewerbsmässigen Onlinemarketings?
Wenn ja, ist der Artikel leider kein Geld wert…
Was’n das für’n Text? Versteh ich die Ironie nicht?
Rauchen ist eine Sucht. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich weiß das, ich bin nämlich süchtig. Und deshalb hab ich ganz viele Erklärungen von Ich rauche gerne, finde es entspannend, gesellig usw. In Wahrheit aber hab ich trotz ausreichender Intelligenz einfach bisher nicht genug Disziplin aufbringen können, um diesen Unsinn zu lassen.
Ich befürworte deshalb das Rauchverbot in geschlossenen Räumen, weil es meinen Konsum einschränkt. Gute Sache das. Denn Süchtige brauchen Hilfe.
Schade nur, dass Alkohol nicht qualmt. Sonst würde man den in öffentlichen Räumen vielleicht auch verbieten. Auch da gibt es eine Menge Menschen, die diesbezüglich Hilfe gebrauchen könnten…
So ein dummes Geschwätz. Kommt wohl vom Nikotin im Hirn.
ich sag da jetzt mal nichts zu, sondern lache still in mich hinein.
Ich kann mich nur der perfekt ausformulierten Meinung von @Gentleshots anschließen.
Perfektes Kommentar.
Was den Beitrag hier angeht: Lächerlich & Peinlich !
Genußraucher, weil du dadurch in den Genuß von Pausen kommst?
Eine rauchen?
ich kann das Genuss-Ding ja noch verstehen, so wie ich liebend gerne abends im Garten sitze und ein ähnlich schädliches Glas Rotwein trinke… ist so ähnlich wie der schädliche Grillen, das schädliche in-der-Sonne-brutzeln, und krumm vorm Computer hängen…
Aber WIRKLICH verboten gehört Rauchen, weil die Drecksraucher fast alle denken, Kippen sind ja was biologisches, die kann man einfach in die Landschaft werfen.
Bürgersteige, Bushaltestellen, Bahnsteige, im Park, sogar am Strand!!!
überall liegen EURE verdammten, ekelhaften Kippenreste rum. Und jetzt sag nicht: ich DREH DOCH, ich habe keine Filter. Ist mir scheissegal – Raucher ist Raucher! scheinbar wird genau der Teil des Hirns zerstört, der dafür sorgt, einen Mülleimer finden zu können?
Sorry, aber so wie Du Dein Ritual beschreibst, bist Du psychisch sehr abhängig… Ich stimme Dir zwar zu, dass Rauchen durchaus Genuss sein kann. Aber nicht wenn Du regelmäßig und täglich rauchst. Habe selbst geraucht und weiß wie es ist immer noch schnell n Kippchen reinzuziehen als wenn es kein Morgen gibt. Mit Genuss hat das dann nix mehr zu tun… Ich denke 95% aller konsumierten Rauchwaren haben mit Genuss heute nichts mehr zu tun.
Hoffe Du denkst noch so freudig an Deine Raucherrituale zurück wenn Dein Arzt Dir mal ‘ne bittere Diagnose stellen sollte… Ich wünsche Dir natürlich, dass das nie passiert!
ohne langen Text einfach mal Ghandi sprechen lassen:
Willst du einen Gegner überzeugen, mußt du ihm die besten und edelsten Züge seines Charakters vor Augen führen. Umwirb ihn auf diese Weise, wo du kannst. Halte ihm nicht seine Fehler vor.
Ghandi
bei so einem text kann man nur mit dem kopf schütteln….
und von wegen du hast 20 jahre nicht geraucht..auch wer nur gelegentlich eine raucht raucht…
am anfang mag es vll noch genuss sein, aber kannst du das auch bei kettenrauchern behaupten?? alle 10min eine, ist doch kein genuss mehr…
rauchen als widerstand anzusehen is echt dumm….
du willst deinen körper widerstehen??? für mich widerstehst du ihm nicht, sondern du alterst schneller und du stehst unter dem druck, eine zu wollen, heißt du bist ihm ausgeliefert oder deutlicher: du lieferst dich ihm selber aus…wenn du zeigen willst wie stark du doch bist, solltest du lieber bungee-jumping machen!
nicht (!) zu rauchen ist widerstand! gegen gruppenzwang und tabakindustrie!
krebs ist nicht das einzige was dir passieren kann…
mein onkel hatte mit knapp 40 einen herzinfarkt…seitdem hat er keine einzige mehr geraucht…
klingt auch so als hättest du minderwertigkeitsgefühle, wenn du stolz und triumph verspürst, weil andere dich loben dass du so toll rauchen kannst…
Aber eines ist sicher – Rauchen zerstört. Und deshalb sollte man es tun. <- tolle logik ^^ wie fühlt es sich an wenn andere sterben, weil sie wegen dir passiv mitgeraucht haben?
wenn dein job so hart ist/war, wieso hast du dir dann nicht eine andere stelle gesucht mit "netterem" chef ?
schon das es einen sonderstatus hat, also eig schon fast heilig war, hätte mir zu denken gegeben…
nur zu rauchen um mehr pausen zu haben, wäre für mich ein grund zum kündigen….
lieber arbeitslos, als dazu genötigt zu sein im job zu rauchen…
richtig überzeugend war dein text nicht, eher hirnrissig…ach du rauchst? na dann is es kein wunder…
Was mir jetzt im Kopf hängengeblieben ist (ich hab keine Lust das nochmal durchzulesen) ist das mit der Rebellion.
Willst du Genussraucher als Märtyrer darstellen? Ihr sterbt an Krebs, ausgelöst durch Zigaretten, weil ihr das so wolltet, weil die Gesundheitskasse meint “Zigaretten sind böse!” und da hat es in euch klick gemacht, Moment… Mama sagte auch immer Dinge sind böse…
Diese Argumentation ist kompletter Blödsinn. Ich kann nicht mehr als dazu mit den Schultern zu zucken, weil mir nichts dazu einfällt.
Okay, doch, es erinnert mich an Romane der 60er und 70er. Diese Argumentation. Da hieß es “Drogen sind böse!” und trotzdem nahm sie jeder.
Naja, jeder hat da so seine Meinung. Jeder ist für sich selbst verantwortlich, mir ist es im Grunde egal, aber diese Rebellionssache ist mir doch aufgestoßen.
Bei sowas darfst du nicht verallgemeinern, schließlich betrifft das nur dich. Das ist jedenfalls meine Einstellung.
Und letztendlich dreht sich doch alles nur ums Sterben ….
Bayerns Vorstoß für rauchfreie Hinterzimmer ja in allen Ehren, doch hat nicht die Tabakindustrie auch eigentlich schon reichlich Rückläufe im Umsatz? Was macht dieser Staat, und respektive die Länder – die das Rauchen so verteufeln – wenn keine Steuereinnahmen für Tabaksteuer und Mehrwertsteuer aus Rauchbedarfsprodukte mehr kommen. Wo sollen die Milliarden, die noch jährlich in den Staatssack fließen dann her kommen.
Die Menschen fahren, so es denn geht, auch weniger mit dem Auto, wenn die Spritpreise hoch sind. Ich kenne viele, die haben nur noch ein Auto oder gar den Job gewechselt, um mit ÖPNV zu fahren.
Ich rauche. Bekennend. Leidenschaftlich. Selbstgedreht. Übrigens auch OCB blau. Aber nicht mit einem Flämmchen aus einem BIC-Plastikfeuerzeug, sondern Männergerecht mit Zippo und Benzin. Ua! Ua! Ua! Momentan gäbe es NICHTS(!!!) was mich dazu bringen würde, damit aufzuhören. Ok, ich dreh mir einen Filter mit rein. Aber das ist nicht der Punkt.
Ich weiß, dass es eine Sucht ist. Ich mache es trotzdem. Ich will niemanden provozieren, nicht gegen irgendetwas kämpfen oder protestieren. Ich will genießen. Wer richtig raucht, genießt und kennt die Unterschiede. Mehr nicht. (Ich mache übrigens trotzdem regelmäßig Sport und sehe Zigarettengenuß für mich als Belohnung. )
Ich wohne abwechseld/überwiegend in Deutschland und Schweden. Dort ist es üblich, dass in Bars und Restaurants nicht geraucht wird. Man geht einfach raus, auf die Terrasse, auf’s Dach oder wo auch sonst hin. Sicher ist eine rauchfreie Disco nett, aber erinnert Euch doch mal an die Jugendjahre. Verrauchte Disco, Chartmusik und Cola oder Bier und die Mädels. Das Feeling fehlt. Finde ich.
Grüße //O.F.
(dreht sich jetzt eine zur Belohnung)
Ich finde die extrem wütenden Reaktionen hier wirklich amüsant. Ich bin zwar selbst schon seit 8 Jahren Nichtraucher (und trinke auch überhaupt keinen Alkohol), aber im Herzen bin ich wahrscheinlich auch Raucher geblieben.
Den Widerstandsgedanken kann ich voll und ganz nachvollziehen. Die Gesellschaft erwartet Nichtraucher, leistungsoptimiert, gesund, erfolgreich, nicht Raucher.
Rauchen ist politisch inkorrekt (zumindest in gewissen Kreisen bzw. Kontexten) und Opposition gegen diese gesellschaftliche Denke (die auch hier in einigen hämischen Kommentaren durchscheint) begrüße ich.
ich glaube, ich verstehe den Text so wie er gedacht ist.
Mir geht es ähnlich – was das zig Jahre nicht mehr rauchen angeht und die unverschämte Regelung das Nichtraucher keine Pausen machen dürfen.
Klar könnte ich als Nichtraucher auch jede Stunde für 5 Minuten vor die Tür gehen und von meinem Bürojob abschalten. Aber das macht mensch – ich – nicht. Auch gehe ich nicht jede Stunde einen Kaffee holen – sondern immer nur schön durcharbeiten.
Auch sage ich mir immer mal wieder, dass ich als ehemaliger Raucher immer nur Nichtraucher auf Zeit bin, denn einfach mal wieder anfangen geht immer.
Und bei mir ist das Nichtrauchen seit der Geburt meines zweiten Kindes vor 11 Jahren schließlich schon einige Zeit her.
Ach was war das ein Vergnügen jetzt nochmal und schon über den Tag verteilt diese wundervolle Kommentarwand durchzulesen! Da zünd ich mir doch gleich erstmal eine an um den Genuss zu vertiefen (Ihr wisst schon, die danach).
Aber jetzt mal im Ernst liebe Nichtraucher – kuckt euch mal Eure Beiträge hier an und vergleicht sie mit denen der paar Raucher die sich getraut haben. Na, fällt Euch was auf?
Eure Kommentare sind auch ein bisschen von der Energie des Hooligans beseelt die ich oben beschrieben habe. Ihr nutzt die Energie halt auf die Weise wie es meine Ex-Spiessernachbarn getan haben wenn sie täglich die korrekte Befüllung der Mülltonnen überprüft haben.
Aber ansonsten habe ich schon den Eindruck, dass Ihr Euer Leben aus vollen Zügen geniesst, und das ist ja gut so.
Also, Glück auf – ihr habt sitzt ja bestimmt in einer halbleeren Kneipe mit ner Bionade und atmet die befreite Kneipenluft durch Eure langlebigen AOK-Lungen (na, Bonuspunkte schon eingereicht diesen Monat?).
Have fun.
Das ganze rührt sicher daher, dass die Leute dauernd in Kneipen rumsitzen müssen, weil sonst die ganze Wucht der einsamen Existenz wie die Peitsche eines wahnsinnigen Kutschers auf sie hernieder knallt. Und wer will da schon immer im Rauch sitzen. Aber hier, geht doch mal in den Wald, falls Ihr einen habt oder kukkt mal ob Euer Auto so insgesamt den nagelneuesten Umweltbestimmtungen entspricht. Hier… und in der Vuvuzela sind bestimmt teuflische Weichmacher verarbeitet und der 1.500 Euro teure Kinderwagen wurde von 1.500 Kinderarbeitern in Dingenskirchen gefertigt. Ich rauche übrigens so gut wie gar nicht und meistens finde ich verrauchte Räume schwierig und Kinder sollten unbedingt geschützt werden, Sie wissen schon. Da sind sicher alle Menschen mit 5 Gramm Gehirn d’Accord mit mir.
Aber Leute die meinen, die 23% Zustimmung bei dieser obskuren Abstimmung in Bayern, wäre eine demokratisch ermittelte Volksmeinung, die sollten erstmal eine rauchen und dann nochmal nachdenken.
Hier, ich red aber auch immer nur Stuss und mach Spaß. Oder doch nicht? Doch schon. Oder? Vielleicht doch. Nein, ich mach nur Jux. Oder doch?! Gruselig!
Sie reden hochroyalsche und überdies vernünftige Dinge!
Voll ACK und ebenso schön wie treffend beschrieben. Einen triftigen Grund für das Rauchen hast Du allerdings vergessen: die empörten Kommentare der selbsternannten Gutmenschen und verkniffenen Gesundheitsapostel, die hier exemplarisch ihre Genussfeindlichkeit unter Beweis stellen. Es gibt nur eines, was schlimmer ist als stinkende, ignorante Kettenraucher, und das sind nervende, militante Nichtraucher!
Ein Gelegenheits(Genuss)raucher
Ach ja, ach ja … jetzt bin ich halt schon voll zerknirscht und so. Weil, mir ist nach den echt total super Argumenten der Raucher hier klar geworden, dass der Genuss, den ein paar Junkies mehrmals täglich brauchen, halt schon echt VIEL wichtiger ist als die Gesundheit der militant-nervigpopervigen Nichtraucherwelt. Ja, wir Ökos sollten uns echt mal locker machen. Tut mir voll leid. Ich geh dann mal eben in meine Bionade heulen. Nämlich, weil ich mich so schäme, Euch Euren ja eigentlich voll lecker riechenden und ungefährlichen Genuss nicht gegönnt zu haben. Echt, ich hab das jetzt eingesehen. Total.
hahaha … sehr lustig hier, das Hin- und Her-Gezicke …
Danke @holadiho für beste Unterhaltung, ich hoffe, die Kommentarflut wird noch ein paar Tage lang nicht abreißen…
Achso, und zum Thema: mir wurscht. Hab noch nie geraucht, mags in Restaurants auch nicht so gerne, finde aber die verqualmten kleinen Clubs immer am gemütlichsten. Jeder wie er’s mag eben…
@holadiho:
also MEINE Anti-Rauch-Aggressivität hat sich (ausser, dass ich rumliegende Kippen hasse) dadurch entwickelt, dass über die Jahre zuviele Raucher auf meine bemüht freundliche, fast unterwürfige Bitte “Entschuldigung, mein Kind und ich essen hier gerade, könnten Sie jetzt bitte nicht hier rauchen?” vorwurfsvoll und genervt gucken, Ihre Kippe auf den Boden werfen, oder gar sagen: nee, geht doch woanders hin!
Vielleicht kommt das auch noch aus den Zeiten (die ich erlebt habe), in denen man im Medienunternehmen im Großraumbüro bei der Arbeit geraucht hat! Und wenn da 30 Journalisten und Grafiker rumsitzen, dann rauchen davon eben 75%
Es ist (oder in Bayern war?) leider bisher immer so, dass man als Nichtraucher der Bittsteller war. Damit muss Schluss sein.
Ok, zugegeben, wenn ich GANZ tief in mich gehe, dann waren schon in der Schule die Raucher in der Raucherecke immer viel cooler als ich.
Aber das hat doch vielleicht tatsächlich was mit der Werbung, die sich durchaus an Jugendliche richtet, und dem Lobbyismus zu tun? Kann mir nicht vorstellen, dass diese Raucher-Coolness genetisch bedingt ist…
Wenn im Medienunternehmen im Großraumbüro 75 % geraucht haben, warum sollten diese 75 % dann auf eine Minderheit von 25 % irgendwas geben?
Im Bundestag wird ja auch nicht gesagt “OOh da gibt es ein paar fortschrittliche Menschen die den Afghanistan Krieg ablehnen, deswegen machen wir das jetzt doch nicht” – da entscheidet die Mehrheit.
Herr Noller,
Ganz großes Kino. Ich komme alle paar Tage zu Ihrem Blog, um die Kommentare hier zu lesen. Das ist schöner, als ne Genderdebatte bei den Grünen.
Ja, ich bin Raucher. Ja ich bin für Nichtraucherschutz. Und ich halte meine Kippe sogar an der Fussgängerampel aus dem Blick- und Atemfeld der Kleinen im Lohas-Buggy.
Aber mal im Ernst. Jede Kultur hat Ihre Drogenrituale. Und sorry ein Bier in einer Nichtraucherkneipe ist ein Oxymoron (oder ist es ein Contradictio in adiecto?)
Die Wiener Kaffehauskultur und ihre literarischen Folgen sind ebenso Raucher-, wie Kaffeetrinker-Kultur. Die Winzer und Destilierer werden da ebenso ein Wörtchen mitreden. Und bitte nicht den Kamin anmachen zum Rotwein. Den Qualm und Feinstaub hält ja keiner aus.
Jaja ich höre schon, dass eine Alkoholfahne nicht das gleiche ist, wie Passivrauchen, aber darum geht es auch nicht. Wenn ich mir ne Kippe in’s Gesicht drücke, mache ich das da, wo es niemanden stört.
So. Geht Kat kauen oder ne Friedenspfeife rauchen. Oder macht euch einen Tee.
Ich höre übrigens gerade mit dem Rauchen auf. Aber für das Rauchen als Teil der Kultur, wie sie gerade ist, werde ich immer ein Wort haben.
Flip, Krrz, Knister, Klick
Arnd
bei so einem text kann man nur mit dem kopf schütteln….und von wegen du hast 20 jahre nicht geraucht..auch wer nur gelegentlich eine raucht raucht…am anfang mag es vll noch genuss sein, aber kannst du das auch bei kettenrauchern behaupten?? alle 10min eine, ist doch kein genuss mehr…rauchen als widerstand anzusehen is echt dumm….du willst deinen körper widerstehen??? für mich widerstehst du ihm nicht, sondern du alterst schneller und du stehst unter dem druck, eine zu wollen, heißt du bist ihm ausgeliefert oder deutlicher: du lieferst dich ihm selber aus…wenn du zeigen willst wie stark du doch bist, solltest du lieber bungee-jumping machen!nicht (!) zu rauchen ist widerstand! gegen gruppenzwang und tabakindustrie!krebs ist nicht das einzige was dir passieren kann…mein onkel hatte mit knapp 40 einen herzinfarkt…seitdem hat er keine einzige mehr geraucht…klingt auch so als hättest du minderwertigkeitsgefühle, wenn du stolz und triumph verspürst, weil andere dich loben dass du so toll rauchen kannst…Aber eines ist sicher – Rauchen zerstört. Und deshalb sollte man es tun. <- tolle logik ^^ wie fühlt es sich an wenn andere sterben, weil sie wegen dir passiv mitgeraucht haben?wenn dein job so hart ist/war, wieso hast du dir dann nicht eine andere stelle gesucht mit "netterem" chef ?schon das es einen sonderstatus hat, also eig schon fast heilig war, hätte mir zu denken gegeben…nur zu rauchen um mehr pausen zu haben, wäre für mich ein grund zum kündigen….lieber arbeitslos, als dazu genötigt zu sein im job zu rauchen…
+1
Du bist krank !
Rauchen ist nur für Deppen die sich selbst töten wollen ! Da kann man ja gleich vom Hochhaus springen! Man,man man gibt es dumme Menschen!!
Ich finde dein Beitrag auch Philosophisch sehr toll,
gefällt mir.
Und geht mir ähnlich.