<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Beimnollar (aka @holadiho)</title>
	<atom:link href="http://www.beimnollar.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.beimnollar.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 11 Dec 2011 14:19:12 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>D64 und die Sache mit dem Lobbyismus</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2011/12/11/d64-und-die-sache-mit-dem-lobbyismus/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2011/12/11/d64-und-die-sache-mit-dem-lobbyismus/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 14:04:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[D64]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=284</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Ich bin ja auch bei D64. Und ich kann natürlich von Glück reden, dass ich im Schatten der anderen Gründungsmitglieder stehe, die bei Facebook und Google arbeiten.
Wir haben uns die Lobbyismus-Vorwürfe, die in den letzten Tagen durchs Netz und so manchen Kommentar geisterten, sehr zu Herzen genommen. Nicht, dass sie überrascht hätten, nein. Der Grund [...]


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F12%2F11%2Fd64-und-die-sache-mit-dem-lobbyismus%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F12%2F11%2Fd64-und-die-sache-mit-dem-lobbyismus%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>Ich bin ja auch bei D64. Und ich kann natürlich von Glück reden, dass ich im Schatten der anderen Gründungsmitglieder stehe, die bei Facebook und Google arbeiten.<br />
Wir haben uns die Lobbyismus-Vorwürfe, die in den letzten Tagen durchs Netz und so manchen Kommentar geisterten, sehr zu Herzen genommen. Nicht, dass sie überrascht hätten, nein. Der Grund ist eher, dass wir die Sache mit D64 ernst meinen mit den dort formulierten Anliegen, also Internet-Politik(-Befruchtung) zu betreiben, weil wir glauben, dass es wichtig ist, und das Internet diese Aufmerksamkeit als evolutionäre gesellschaftliche Kraft verdient.<br />
Und da tun solche Vorwürfe natürlich ein bisschen weh, weil sie Unaufrichtigkeit und doppelten Boden unterstellen.<br />
Natürlich muss man sich nicht wundern bei der Zusammenstellung der Gründungsmitglieder, ja. Allerdings gilt das auch nur, wenn man nur extrem oberflächlich hinschaut. Ja, da sind Sprecher von Google und Facebook dabei. Aber auch viele andere Menschen die irgendwie anders im Netz bekannt sind, oder? Also @happyschnitzel und @frauenfuss zum Beispiel. Oder @piaziefle. Oder @oetting. Oder @horax. Oder @fraeulein_tessa. Die Liste liesse sich noch erheblich verlängern.<br />
Glaubt Ihr wirklich, diese Gruppe hätte sich blauäugig vor einen Lobby-Karren spannen lassen?<br />
Und die Sache mit der SPD &#8211; ja, der Verein ist SPD-nah aufgestellt. Wurde nie ein Geheimnis draus gemacht, wird sogar als Feature gesehen. Aber es ist kein SPD-Verein. Auch das liesse sich wieder mit einer Liste von Gründungsmitgliedern und einer ähnlichen Frage wie oben kontern. Oder einfach, indem man die erste grosse Position von D64 liest, nämlich die gegen VDS. Irgendwie leider grad keine SPD-Position, oder?<br />
Wäre es nicht angemessen, ein bisschen differenzierter zu sein bei alldem?<br />
Ich weiss, klingt total naiv, Internet, Shitstorm und Trolldings und so. Und überhaupt, was denken wir eigentlich. Ja ja. Ich wollt&#8217;s ja nur anmerken.<br />
Natürlich werden wir vor allem in der Sache punkten und letztlich durch gute Positionen beweisen müssen, dass wir es ernst meinen mit unserem Programm. Und dass wir nicht ein U-Boot diverser Firmen sind. Aber eben auch nicht deren Gegner aus Prinzip.</p>
<p>Aber jetzt trotzdem nochmal zu dem Kern-Vorwurf in eigener Sache &#8211; weil es mir wichtig ist, und vielleicht an einem Beispiel mal deutlich macht, wie einfach es vielleicht ist (oder auch nicht).</p>
<p>Ich bin Gründungsmitglied von D64 und ausserdem CEO von nugg.ad, einem Unternehmen, das sein Geld zu 100% mit Targeting verdient, also Tracking, Cookies, Werbung und so. Da sagt man sich, aha aha, noch so einer, right?<br />
Und tatsächlich &#8211; ich bin ein leidenschaftlicher Internet-Apologet und liebe Algorithmen und auch Tracking. Aber auch die Herausforderungen für den Dantenschutz und die Chancen des souveränen Users die darin liegen.<br />
Mein Unternehmen funktioniert besser, wenn mehr Leute das Internet nutzen und wir kämpfen an verschiedenen Stellen für eine Umsetzung von Datenschutz-Richtlinien (insbs. in Bezug auf Cookies) mit Augenmass. </p>
<p>ABER: Bei D64 bin ich wirklich privat. Lässt sich ganz einfach dadurch beweisen, dass mein Aufsichtsrat mir diese Nebentätigkeit nicht genehmigt hat und ich diese auch dort nicht vorgelegt habe. Und dass es keine &#8220;Berichtslinie&#8221; irgendwo in mein Unternehmen gibt, nicht mal in Ansätzen. Ich bin übrigens noch in einem anderen Verband tätig, nämlich als <a href="http://www.iabeurope.eu/public-affairs.aspx">Chairman des Policy-Committee im IAB-Europe</a>, dem europäischen Dachverband der Digitalbranche. Diese Tätigkeit wurde genehmigt, die Zeit, die ich dort verbringe ist Arbeitszeit, und es gibt eine Berichtslinie in mein Unternehmen. Das ist ein relativ klarer Unterschied, oder?<br />
Ich bin mir übrigens auch jetzt schon sicher, dass D64 Positionen vertreten wird, die ich für mein Unternehmen so nicht vertreten würde und schon gar nicht für die europäische Industrie.<br />
Natürlich werde ich &#8211; wie es @heiko in <a href="http://d-64.org/lobbyarbeit-privates-engagement-und-d64/">einem Blogpost bei D64</a> kürzlich so schön dargestellt hat &#8211; für meine Positionen kämpfen. Und da ich D64 und nugg.ad mit der gleichen Leidenschaft und gleichen Grund-Überzeugungen betreibe, wird es da inhaltliche Überschneidungen geben, alles andere wäre irgendwie schizophren.</p>
<p>Ich persönlich zähle mich übrigens ursprünglich zu den grössten Hassern des Lobbyismus &#8211; weil er natürlich demokratische Strukturen zu unterlaufen droht. Ich habe aber auch gelernt, dass es alles nicht so einfach ist. Dass Politik Lobbyismus braucht und danach fragt. Und meist gut damit umgehen kann. Und dass man in diesem Feld viel erklären und es eben auch positiv nutzen kann. Natürlich wäre mir lieber, wenn wir einen politischen Apparat und eine Administration hätten, die &#8211; voll demokratisch legitimiert &#8211; alle Fragen des Internets fachkundig und mit Weitsicht regeln könnten. Und zwar in Brüssel und in Berlin (ein typischer EU-Abgeordneter hat ca. 2 fachl. Mitarbeiter). Ist aber nicht so, und zumindest für meine Branche kann ich sagen, dass es auch nie so sein wird. Weil die Materie zu komplex ist und die Unternehmen sowie die Technologie sich viel zu schnell entwickeln. Deshalb brauchen wir auch verantwortliche Unternehmer und gute, um Transparenz und Argumente bemühte Lobbyisten.</p>
<p>Aber wie gesagt &#8211; bei D64 bin ich nicht als solcher. Aber ich sehe derzeit eine Stärke dieses Vereins gerade darin, dass er nicht wie eine NGO daherkommt sondern den Mut hat involvierte Unternehmer und Leute die in vielen Kontexten aktiv sind anzuziehen. Das kann eine echte Stärke gegenüber Piraten, digiges und anderen eher wirtschaftsfernen Verbänden und Initiativen sein. Dennoch werden wir uns natürlich daran messen lassen müssen, wie klar wir diese Postionierung mit Transparenz, guten Positionen und Unabhängigkeit umgesetzt bekommen.</p>
<p>Achso und Ihr, D64-Interessierte da draussen &#8211; denn vieles der Kritik ist ja auch irgendwie Auseinandersetzung und Interesse, right? Der Verein ist wirklich offen, ich weiss nicht ob Euch das aufgefallen ist. Satzung war von Anfang an online, ebenso Mitgliedsformular (das nicht funktioniert hat, ja, ich weiss. Deshalb durften wir die ersten 100 per mail eingegangenen Mitgliedsanträge auch per Hand abtippen&#8230;) Wir haben schon jetzt über 100 Beitrittserklärungen (gut, 80 davon entsendet Facebook&#8230;) und es wird ein Beirat zu besetzen sein und es gibt eine Quotenregelung usw. &#8211; man kann sich da wirklich substantiell einbringen, sogar ohne in Berlin zu wohnen (Internet und so). Also. Denkt mal nach.</p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2011/12/11/d64-und-die-sache-mit-dem-lobbyismus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Let me tell you about hard work &#8211; warum SPD nochmal</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2011/03/24/let-me-tell-you-about-hard-work-warum-spd-nochmal/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2011/03/24/let-me-tell-you-about-hard-work-warum-spd-nochmal/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 08:46:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Gerechtigkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=273</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Habe ja zuvor wortreich versucht zu erklären, warum ich die SPD die richtige politische Heimat finde. Gerade ist mir nochmal eine kürzere Variante eingefallen. Also, was meint eigentlich nochmal soziale Gerechtigkeit?


No related posts.
Related posts brought to you by Yet Another Related Posts Plugin.


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F03%2F24%2Flet-me-tell-you-about-hard-work-warum-spd-nochmal%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F03%2F24%2Flet-me-tell-you-about-hard-work-warum-spd-nochmal%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>Habe ja zuvor wortreich versucht zu erklären, warum ich die SPD die richtige politische Heimat finde. Gerade ist mir nochmal eine kürzere Variante eingefallen. Also, was meint eigentlich nochmal soziale Gerechtigkeit?</p>
<p><a href="http://www.beimnollar.de/2011/03/24/let-me-tell-you-about-hard-work-warum-spd-nochmal/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2011/03/24/let-me-tell-you-about-hard-work-warum-spd-nochmal/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was ich von der – meiner – SPD erwarte</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2011/03/17/was-ich-von-der-%e2%80%93-meiner-%e2%80%93-spd-erwarte/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2011/03/17/was-ich-von-der-%e2%80%93-meiner-%e2%80%93-spd-erwarte/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 12:26:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=268</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Jetzt bin ich also Genosse. Wie ich an anderer Stelle dargelegt habe, hatte das einen speziellen Entstehungszusammenhang, allerdings gibt es tiefere Gründe und die Entscheidung war natürlich schon länger gereift. Hatte konkret die Mitglied-werden Seite schon mehrmals aufgerufen, über die letzten Monate und auch schon mindestens einmal ausgefüllt…
Es ist natürlich unfassbar uncool, in einer Partei [...]


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F03%2F17%2Fwas-ich-von-der-%25e2%2580%2593-meiner-%25e2%2580%2593-spd-erwarte%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F03%2F17%2Fwas-ich-von-der-%25e2%2580%2593-meiner-%25e2%2580%2593-spd-erwarte%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>Jetzt bin ich also Genosse. Wie ich an <a href="http://www.beimnollar.de/2011/03/16/bindrin/" target="_blank">anderer Stelle </a>dargelegt habe, hatte das einen speziellen Entstehungszusammenhang, allerdings gibt es tiefere Gründe und die Entscheidung war natürlich schon länger gereift. Hatte konkret die Mitglied-werden Seite schon mehrmals aufgerufen, über die letzten Monate und auch schon mindestens einmal ausgefüllt…<br />
Es ist natürlich unfassbar uncool, in einer Partei Mitglied zu werden. Keine Ahnung wieso genau und ob das früher anders war. Aber mein Eindruck ist definitiv so. Abgesehen davon, dass es einfach nicht dem Geist der Zeit entspricht, schon gar nicht hier in Berlin Prenzlauer Berg, habe ich den Eindruck, dass die Leute einem einen sofortigen Verlust von Urteilsvermögen und eigener unabhängiger Meinung unterstellen, sobald man sich dazu bekennt.<br />
<span id="more-268"></span><br />
Aber das ist mir egal, ich finde es vielmehr schäbig nur rumzulabern und sich nicht in die Untiefen des demokratischen Systems zu begeben, wenn man etwas ändern oder einfach nur Einfluss nehmen will. Demokratie ist ein beschissenes System, aber es gibt kein besseres (fällt mir grad nicht ein von wem das ist, hoffe das reicht anstelle einer Fussnote). Konkret ist es sogar so, dass ich vieles an Parteien und auch an der SPD ganz und gar furchtbar finde. Z.B. das Geschachere um Hartz IV kürzlich, wo es offensichtlich nur um Parteitaktik ging und um nix anderes. Oder das Ganze sich hochdienen.  Der Parteiapparat, das unbewegliche, verfettete, selbstreferentielle an so einer Partei. Und natürlich das erbärmliche Versagen in so vielen Fragen, nur mal am Beispiel Netzpolitik zu sehen, aber auch in zig anderen Feldern.</p>
<p>Aber was ist denn die Alternative? Nicht-Wählen? Rückzug ins Private? Verlassen auf die Kräfte des Marktes? Mir fällt gar nicht so viel Blödsinn ein wie es bräuchte um zu verdeutlichen, dass es keine ernstzunehmende Alternative gibt, als Teilnahme am demokratischen System – wenn man denn was machen will.<br />
Nicht dass jeder in eine Partei eintreten müsste, das ist natürlich Quatsch. Aber ich glaube – und hoffe – dass es ein aufrichtiger und richtiger Schritt ist, wenn man etwas verändern will.</p>
<p>Ach ja, die Systemfrage. Ja, ich würde mir ein gänzlich anderes System wünschen. Eines mit weniger Kapitalismus, mehr Gerechtigkeit und mehr Mitbestimmung für alle. Und mit zig anderen Eigenschaften – ich gehöre zu der Gruppe der man bis vor kurzem dann noch gerne „geh doch rüber“ zugerufen hat. Ich glaube auch, dass es wichtig ist eine möglichst klare und herausfordernde Utopie von der besseren Gesellschaft im Kopf zu haben. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass der Weg dahin ein demokratischer sein sollte, also mit Wandel und harter Arbeit. Mir fällt es schwer das zu sagen, weil es bitter ist. Natürlich hätten viele von uns insgeheim gerne einen Umsturz a la Mubarak und einen richtigen Neuanfang. Und viele Aspekte unseres Systems erscheinen einem manchmal so monströs falsch und von Ungerechtigkeit durchtränkt, dass man nur schwerlich an Wandel glauben mag. Aber wir sind hier weder in Ägypten noch sonstwie in einer Diktatur. Wir haben ein demokratisches System mit vielen guten und funktionsfähigen Prinzipien. Und vielen wird nach Finanz-, Vertrauens und derzeit Atomkrise eh immer deutlicher, dass es eh nicht so weitergehen kann. Also sollte man auf Wandel setzen. Und da kommt man an den Parteien als zentrale demokratisch gestaltende Institutionen nicht vorbei. Das ist zumindest derzeit meine Überzeugung.</p>
<p>So, und jetzt noch zur SPD.<br />
Das ist mir nicht leichtgefallen. Obwohl ich aus einem SPD-Haushalt komme. Das erste was ich politisch eingesaugt habe als kleiner Bub in Bayern war, dass meine Eltern SPD wählten. Und damit waren sie ziemlich alleine. Und ich habe eine sehr tiefe Verbindung der Idee sozialer Gerechtigkeit und der Stärkung der Arbeiterklasse (großartig dieses Wort jetzt zu verwenden) mit dieser Partei erfahren, ganz konkret auch als mein Vater nach einer Übernahme seiner Firma aus dem Job gedrängt werden sollte und von der Gewerkschaft geschützt wurde.</p>
<p>Trotz dieser SPD-Prägung wären mir die Grünen in vielem näher, sowohl was viele Inhalte anbelangt als auch die innere Struktur und die Verwurzelung in den Bürgerbewegungen. Aber das ist mir alles zu Lehrerhaft, selbstbezogen und letztlich immer noch monothematisch. Natürlich ist Ökologie wichtig. Aber ich finde andere Dinge noch wichtiger, die in der grünen Agenda meiner Ansicht nach häufig nur eine untergeordnete Rolle spielen weil es letztlich Politik von und für Privilegierte ist. Mir wären auch die Linken näher was die Radikalität des Nachdenkens über eine andere Gesellschaft anbelangt. Aber da ist mir dann doch zu viel Filz und Entrücktheit am Start.<br />
Was ich der SPD abnehme – gerade unter Gabriel wieder mehr als vorher – ist das Einstehen für soziale Gerechtigkeit. Und natürlich Atomausstieg, sinnvoller Umbau der Gesellschaft (inkl. Umverteilung), Bildung, Wirtschaftsförderung. Ja, Wirtschaftsförderung. Nicht nur weil ich Unternehmer bin – ich glaube es ist einfach eine Realität, dass die Handlungsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft und die Frage ob Leute einen Arbeitsplatz finden, der sie glücklich macht davon abhängen, ob es gute Bedingungen für Unternehmen gibt in unserem Land. Und übrigens auch gute Regeln und Schranken.</p>
<p>Wie ich an <a href="http://www.beimnollar.de/2010/09/26/liebe-spd/" target="_blank">anderer Stelle schonmal beschrieben</a> habe, gibt es natürlich auch Punkte, wo ich mir mehr Klarheit wünschte – das ist insbesondere das Einstehen der SPD für die Werte, für die sie steht. Mit Selbstbewusstsein und klarer Positionierung. Man könnte es ruhig deutlicher merken an Äusserungen und Programmelementen, dass die SPD für soziale Gerechtigkeit steht. Warum nicht über ein Grundeinkommen nachdenken? Warum nicht eine qualitativ andere Position in Fragen von Asyl beziehen? Warum nicht viel deutlicher Stellung beziehen für eine Wirtschaftsordnung die der Gesellschaftsordnung wieder untergeordnet ist und nicht umgekehrt? Warum fällt die SPD nicht durch mutige Äusserungen zur Bildungspolitik auf? Und welche Schritte gibt es, um die neuen Möglichkeiten digitaler Beteiligung der Bürger und Mitglieder zu fördern und zu protegieren?</p>
<p>Ich glaube die Menschen sehnen sich nach einer SPD mit einem starken Profil. Für mich beginnt jetzt eine spannende Reise – bald wird mich ein Vertreter meines Ortsvereins aufsuchen und das Parteibuch überreichen (wenn ich nach s.o. überhaupt aufgenommen werde). Keine Ahnung was dann folgt und inwiefern ich mich überhaupt konkret beteiligen kann (und Zeit haben werde). Aber ich bin schon ein bisschen Stolz auch. </p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2011/03/17/was-ich-von-der-%e2%80%93-meiner-%e2%80%93-spd-erwarte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SPD ist jetzt Kölschpartei</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2011/03/16/bindrin/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2011/03/16/bindrin/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 09:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=236</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Jetzt bin ich also SPD-Mitglied geworden, bin noch etwas verkatert von der Aktion gestern &#8211; freue mich aber erstmal so nett aufgenommen worden zu sein!

Wie es dazu gekommen ist, kann man auf twitter nachlesen &#8211; ich wollte im wesentlichen die Genossen Richel und Boehning davon abhalten, in einer kölschen Kneipe durch den Genuss inadäquater Substanzen [...]


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F03%2F16%2Fbindrin%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F03%2F16%2Fbindrin%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>Jetzt bin ich also SPD-Mitglied geworden, bin noch etwas verkatert von der Aktion gestern &#8211; freue mich aber erstmal so nett aufgenommen worden zu sein!</p>
<p><img title="boehning" src="http://www.beimnollar.de/wp-content/uploads/2011/03/boehning2.jpg" alt="" width="384" height="164" /><a href="http://www.beimnollar.de/wp-content/uploads/2011/03/richel.jpg"><img title="richel" src="http://www.beimnollar.de/wp-content/uploads/2011/03/richel.jpg" alt="" width="384" height="164" /></a></p>
<p>Wie es dazu gekommen ist, kann man auf twitter nachlesen &#8211; ich wollte im wesentlichen die Genossen Richel und Boehning davon abhalten, in einer kölschen Kneipe durch den Genuss inadäquater Substanzen aufzufallen (angeblich war <a href="http://twitter.com/mathiasrichel/status/47760009391648769" target="_blank">alkoholfreies Weizen, Milchkaffee</a> und irgendein <a href="http://twitter.com/mathiasrichel/status/47756532926001152" target="_blank">Pils</a> im Spiel). Daraufhin formulierten wir einen deal, der auf &#8220;Kölsch für Mitgliedschaft&#8221; hinauslief&#8230;<br />
<span id="more-236"></span></p>
<p><img src="http://www.beimnollar.de/wp-content/uploads/2011/03/anwerbung1.jpg" alt="" title="anwerbung" width="530" height="421"  /><br />
<img src="http://www.beimnollar.de/wp-content/uploads/2011/03/dieForderung.jpg" alt="" title="dieForderung" width="568" height="194" /><br />
<em>(*den tweet der bisher unbekehrten Mrs. @pickihh bitte gerade mal nicht beachten)</em></p>
<p>Habe dann spontan das Mitgliedsformular ausgefüllt (übrigens auch im Feld &#8220;von wem wurden sie angeworben&#8221; die twitternamen der beiden angegeben) und <a href="http://twitter.com/holadiho/status/47764234758656000" target="_blank">geposted</a>.</p>
<p>Tit for Tat wie schon Hannibal Lecter so schön zu Clarence Starling sagt &#8211; die Jungs konnten sich jetzt natürlich nicht lumpen lassen und in der Tat:<br />
<img src="http://www.beimnollar.de/wp-content/uploads/2011/03/spdgoeskoelsch.jpg" alt="" title="spdgoeskoelsch" width="600" height="450" /></p>
<p>So. Ein Spassbeitritt werdet Ihr also denken, nee, nee&#8230;</p>
<p>Stimmt aber nicht. Denn das hat alles eine Vorgeschichte. Und es könnte ein anstrengendes Nachspiel haben. Doch dazu werde ich mich noch in einem gesonderten Post äussern.</p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2011/03/16/bindrin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warum es eben doch (auch) eine twitter-Revolution war</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2011/02/11/warum-es-eben-doch-auch-eine-twitter-revolution-war/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2011/02/11/warum-es-eben-doch-auch-eine-twitter-revolution-war/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 22:01:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[egypt]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=232</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Seien wir doch ehrlich – es ist auch unsere Revolution heute in Ägypten. Nicht, weil wir uns eingemischt hätten, oder unsere Politiker zu irgendwas bewegt hätten, mitnichten. Nein, ich denke es ist irgendwie auch unsere Revolution, weil sie mit twitter und Facebook funktioniert hat, und befeuert wurde. Klar wird das viel relativiert, und wahrscheinlich stimmt [...]


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F02%2F11%2Fwarum-es-eben-doch-auch-eine-twitter-revolution-war%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2011%2F02%2F11%2Fwarum-es-eben-doch-auch-eine-twitter-revolution-war%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>Seien wir doch ehrlich – es ist auch unsere Revolution heute in Ägypten. Nicht, weil wir uns eingemischt hätten, oder unsere Politiker zu irgendwas bewegt hätten, mitnichten. Nein, ich denke es ist irgendwie auch unsere Revolution, weil sie mit twitter und Facebook funktioniert hat, und befeuert wurde. Klar wird das viel relativiert, und wahrscheinlich stimmt es auch nur hier und da. Aber wir glauben doch daran. Dass wirklich etwas Neues entsteht, eine neue Art sich zu vernetzen, zu organisieren und Begeisterung für etwas auszulösen. Es kann sogar Millionen Menschen auf die Strasse bringen für eine Sache, selbst unter Gefährdung Ihres Lebens. Und bei allem Leugnen und Relativieren – wir wissen doch tief in uns drin, dass twitter und Facebook eine zentrale Rolle gespielt haben. Sicherlich praktisch bei der ersten Mobilisierung, der Verbreitung der fürchterlichen Nachrichten von Selbstverbrennungen und der Ermordung eines Bloggers, der von Sicherheitskräften aus dem Internet-Cafe gezerrt und totgeschlagen wurde. Wahrscheinlich haben die Leute aber auch telefoniert und miteinander gesprochen, klar. Und die klassische Berichterstattung – insbs. über Aljazeera – hat sicherlich auch eine grosse Rolle gespielt, auch klar. Aber wir wissen, dass es eben doch auch und vielleicht vor allem eine twitter und Facebook-Revolution war. Weil wir es in uns selbst spüren, welch fundamentalen Wandel diese tools auslösen. Nicht nur, dass wir keine Zeitung mehr lesen und statt tatort, tatort+timeline kucken und es tausendmal amüsanter finden als je zuvor. Nein, vor allem die sozialen Funktionen von twitter und co sind unfassbar stark. Man vernetzt sich mehr, kriegt mehr voneinander mit. Vor allem aber findet man viel effizienter und spielerischer Gleichgesinnte und bleibt mit diesen in Kontakt. Ich meine – was mussten wir früher im Studium zum Beispiel für einen Aufwand dafür treiben, um gute Leute kennenzulernen? Abend für Abend in dämlichen Kneipen rumhängen, trinken, rauchen und jedes 10te mal war mal ein kurzer spannender Gesprächsfetzen mit irgendjemandem dabei. Dann hat man sich auch wieder aus den Augen verloren. Oder zum Unisport gehen, ganz schlimm. Zu den Medizinerparties. Beim Asta mitmachen oder in der Fachschaft. Da hing man dann und verpflichtete sich für monatelange Selbstverwaltungs-Sinnlosigkeit, nur um auf diesem Wege mit höherer Wahrscheinlichkeit ein paar auch Engagierte zu treffen, und mit denen etwas zu bewegen. Manchmal musste nur einer hinzukommen, und alles war schon wieder im Eimer. Also wieder in die Kneipen. Und so weiter.</p>
<p>Und dann in Kontakt bleiben. Ortswechsel. Telefonieren, gelegentlich sehen. Insbs. bei uns Typen heisst das doch in 99% der Fälle aus den Augen verlieren. Und selbst wenn man ein bisschen in Kontakt bleibt, heisst es einmal im Halbjahr sprechen, Klassentreffen usw. – erbärmlich. Getoppt wird es nur noch von dem, was passiert, wenn man dann in Arbeitsleben eintaucht oder gar Kinder bekommt. Sozialer Stillstand. Die Leute, die man dann noch kennenlernen kann, kommen meist aus extrem gefilterten sozialen Situationen, also Arbeitsplatz und Kita. Da kann man auch Glück haben, aber die Wahrscheinlichkeit dann noch jemand zu finden der politisch denkt wie einer, der einen ähnlichen Humor und Geschmack hat und vielleicht auch Adorno toll findet ist einfach mechanisch schonmal fast gleich null.</p>
<p>Und jetzt kommt twitter (und ein bisschen Facebook, ich finde aber twitter den mit Abstand besseren Service für das hier). Ich weiss, dass es vielen so geht, deshalb traue ich mich einfach mal das zu unterstellen. Twitter ist eine kleine soziale Revolution, selbst ohne Diktatur und mit dem Biobäcker um die Ecke. Spielend leicht Leute kennenlernen (selbst für absolute Telefon- und Smalltalkmuffel wie mich). Abchecken ob die interessant sein könnten, einmal Timeline kucken, followen, paar Tage beobachten und vielleicht mal ein Reply. Die Kennenlerntiefe, die man damit erzielen kann ist über normale Wege – also z.B. Kennenlernen auf einer Party oder im Fussballverein – manchmal nach Monaten oder gar Jahren erst erreichbar. Einfach weil man viel mühevoller etwas preisgibt von sich und vielleicht Jahre neben jemandem herarbeitet der eigentlich ein grossartiger Typ ist – allein man hat es nie gemerkt. Es gibt wirklich zahllose Stories auf twitter, wo Leute andere kennengelernt haben und begeistert darüber waren (wechselseitig und auch nach Treffen in RL). Wir selbst sind z.B. in unserem Heimatort Köln mal ein Päarchen besuchen gefahren die wir nur über twitter kannten, noch nicht mal unter Realnamen. Wir wussten einfach nur die Adresse. Sind hingefahren und es war ein wunderschöner, spannender Nachmittag. War ja auch klar. Wir kannten uns schon. Wussten, dass wir uns lustig und interessant finden, ähnliche Einstellungen haben usw. – das ist verdammt nochmal auch eine Revolution!</p>
<p>Aber zurück zu Agypten. Darum glauben wir, dass es eine twitter- und Facbeook-Revolution ist. Weil wir wissen, dass da eine Generation von komplett anders vernetzten und aktivierbaren Menschen heranwächst. Und weil es irgendwie allen langsam dämmert, dass das ein unglaubliches politisches Potential entfalten kann.</p>
<p>Als die Mubarak-Schergen über den Tahir-Platz eingefallen sind und auf twitter die Meldungen einprasselten von Schüssen, Molotow-Cocktails die in die Menge geworfen wurden und den ersten Toten war ich wie Ihr alle auch verzweifelt und unfassbar wütend. Wütend natürlich auf die Wichser dort, aber auch auf die westlichen Regierungen, die es versäumt hatten die Demokratie-Bewegung frühzeitig durch klare Statements und Diplomatie zu stützen. Ich musste kurz unter die Dusche, mich hielt es dort aber kaum, dann ging ich raus, trocknete mich kurz ab und nahm das iPhone um einen tweet an Obama zu schreiben. Keine Sorge – ich glaube jetzt nicht da was bewirkt zu haben mit meinem tweetchen. Aber eine Sache war trotzdem bemerkenswert. Ich hatte das Gefühl mich irgendwie einklinken zu können, bis hin zum pot. Gelesenwerden irgendeines Social Media Beraters der Obama-Administration. Gelesenwerden der Leute in Ägypten, die durch die tausenden anderen, die ähnliches taten wie ich merkten, dass wir bei ihnen waren, mitgefiebert haben, uns empört haben. Das war faszinierend und plötzlich ein Gefühl, dass ich viele Jahre nicht mehr kannte – im Prinzip seit den Demonstrationen gegen Wackersdorf.</p>
<p>Also wenn Ihr mich fragt – es ist auch eine verdammt geile InternetFacebooktwitter-Revolution die wir da sehen. Und das ist deswegen so geil, weil es so viel Potential hat überzugreifen und nicht mehr wegzugehen. Und das macht mich heute auch glücklich.</p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2011/02/11/warum-es-eben-doch-auch-eine-twitter-revolution-war/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Samsung Galaxy ist toll. Android ist toll.</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2010/11/29/das-samsung-galaxy-ist-toll-android-ist-toll/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2010/11/29/das-samsung-galaxy-ist-toll-android-ist-toll/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 22:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Produkte und Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[iphone]]></category>
		<category><![CDATA[Samsung Galaxy]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=227</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Ich hatte relativ lange ein iPhone 3G und fand es ziemlich gut &#8211; na ja, nach einigen Anfangsschmerzen zugegebenermassen.
Dann bin ich vor einigen Wochen auf das Samsung Galaxy umgestiegen &#8211; eine bewusste Entscheidung gegen das iPhone IV. Obwohl ich wusste, dass es ein grossartiges Teil werden würde. Und mich darin heute jedesmal bestätigt sehe, wenn [...]


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F11%2F29%2Fdas-samsung-galaxy-ist-toll-android-ist-toll%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F11%2F29%2Fdas-samsung-galaxy-ist-toll-android-ist-toll%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>Ich hatte relativ lange ein iPhone 3G und fand es ziemlich gut &#8211; na ja, nach <a href="http://www.beimnollar.de/2009/04/06/5-tage-iphone-und-ich-kann-es-nicht-fassen%E2%80%A6/" target="_blank">einigen Anfangsschmerzen</a> zugegebenermassen.</p>
<p>Dann bin ich vor einigen Wochen auf das Samsung Galaxy umgestiegen &#8211; eine bewusste Entscheidung gegen das iPhone IV. Obwohl ich wusste, dass es ein grossartiges Teil werden würde. Und mich darin heute jedesmal bestätigt sehe, wenn irgendwer eines auf den Tisch legt (was ja ständig passiert. Wann hat zuletzt jemand ein Nokia auf den Tisch gelegt?).</p>
<p>Aber zurück zum Samsung Galaxy S und Android. Mir war völlig klar, dass das kein gutes Telephon sein würde &#8211; die Frage war im Prinzip nur wie unerträglich die Usability und wie billig die Hardware sein würde und ob man es doch irgendwie würde ertragen können.</p>
<p>Nun. Die Hardware ist&#8230;billig ist nicht ganz richtig. Klar, Gehäuse aus Plastik aber das kann man mögen. Ist leichter und dünner als das iPhone. Ebenfalls exzellentes Display mit hoher Auflösung. Wechselbarer Akku, SD-Slot.</p>
<p><span id="more-227"></span>Aber jetzt mal zur Android-Erfahrung und so. Das ist schon ein Hammer. Also was für ein heilloser crap das alles ist im Vergleich zum iPhone. Da gibts wirklich nichts zu beschönigen. Inkonsistente Menüs, zuviele Optionen die sich teilweise widersprechen, hakelige Bedienung, Unzuverlässigkeit allerorten. Aber auch: schöne Details, irgendwie so ungeschliffen rohdiamanten-mässig. Also z.B. der slider von oben mit Meldungen (neue tweets, emails, Benachrichtigungen etc) ist cool. Das Feeling beim Rumwischen ist cool. Es gibt einen beeindruckenden twitter-client (twicca) (Danke @moellus und @kommandomutti für die Empfehlung). Foto-Abteilung, Telefonieren, Kontakte alles sehr iPhone-like. Internet/Browser völlig ok wenn auch bisschen buggy.</p>
<p>Womit wir beim Punkt wären &#8211; aber buggy trifft es eigentlich nicht. Ja, es hat Bugs. Vor zwei Tagen z.B. habe ich einen neuen Rekord aufgestellt, indem ich nur 20 Minuten vom Aufwachen in Panik bis in den Zug gebraucht habe, inkl. Duschen (habe beim Kunden im Termin festgestellt, dass mein Kragen noch komplett unter dem Pulli eingeklemmt war und es mit einer tourette-artigen Handbewegung korrigiert). Das Android hatte sich über Nacht aufgehängt. Es hängt sich überhaupt häufiger mal auf &#8211; die Tatsache, dass man den Akku tauschen kann habe ich so wirklich schon schätzen gelernt. Und frage mich dabei &#8211; weil ich das auch von meinem Blackberry kannte und von den Sonys und Nokias eh: Wie schaffen es die Apple-guys ihr verdammtes ebenfalls Unix-basiertes mit tausenden Fremdapps vollgestopftes Teil so hackensicher zu machen, dass es ohne Akku rausreissen auskommt. Mann Mann Mann.</p>
<p>Aber wie gesagt, buggy ist das falsche Wort. Android ist inkonsistent, unzuverlässig und vielfach leicht verpeilt in der Bedienung. Es vergisst Sachen, z.B. verschwindet alle paar Tage mal ein Symbol vom Startbildschirm. Manchmal finde ich es auf einem der &#8220;hinteren&#8221; Bildschirme wieder und kann es zurückholen. Manchmal ist es ganz weg. Es verschwinden auch ganze apps im Nirvana. Selten, kommt aber vor. Der Email-Account auf meinem Galaxy trägt derzeit die Versionsnummer 13 weil ich ihn schon so oft neu einrichten musste &#8211; das Android hatte ihn vergessen. Kann ja mal vorkommen. Der Akku hält mal überraschend lang (z.B. 56% nach einem vollen Arbeitstag abends um 20 Uhr), mal macht er schon am frühen Nachmittag schlapp.</p>
<p>Mit dem Android-Phone als alleinigem Telephon so durch den Business-Alltag hat jedenfalls etwas von einer Safari oder als würde man plötzlich eine griechische Reederei geerbt haben und jetzt weiterführen müssen.</p>
<p>Manche Sachen sind übrigens auch traumhaft schön. Z.B. wie man mit zwei &#8220;Klicks&#8221; das Teil in einen völlig unproblematisch funktionierenden WiFi Hotspot verwandeln kann. Wow. Oder Swype &#8211; die wirklich revolutionäre und hocheffiziente Texteingabe-Alternative (allerdings nur im Galaxy). Oder die app &#8220;wheres my droid&#8221;, der man eine SMS schicken kann von einem anderen Telephon und dann klingelt das Galaxy wie bescheuert, selbst wenn es stumm geschaltet war. Oder das Pendant für GPS, das einem den Standort des Phones zumailt auf Kommando, ganz ohne kostenpflichtigen Account usw. (GPS funktioniert übrigens fast gar nicht, ach egal)</p>
<p>Es ist wild. Das ist es. Und irgendwie süss verpeilt. Und aber auch voller Potential. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was bei der Innovationsgeschwindigkeit aus dem Android noch werden kann. Es kann aber natürlich auch sein, dass es mit Karacho vor die Wand fährt. Weil z.B. jetzt schon 85 verschiedene Android Versionen mit 42 verschiedenen Auflösungen draussen sind. Weil der völlig unregulierte Zugang der Entwickler zum Appstore einfach viel Schrott und Chaos produziert. Weil weil weil.</p>
<p>Glaube ich aber nicht.</p>
<p>Vor allem aber ist es so. Ich fühle mich freier mit dem Ding. Keiner macht sich zu viele Gedanken wie ich am besten jenes Programm und diese Funktion bedienen sollte und was gut und was schlecht für mich ist und deswegen ausgeblendet wird. Lieber.</p>
<p>Ich habe z.B. auch eine Fülle von Möglichkeiten zur Arbeit zu fahren. Ich kann das Fahrrad nehmen. Die Tram. Die S-Bahn. Eine Kombination aus beiden. Das Auto. Zu Fuss laufen (schon gemacht). Joggen (bald). Ich könnte sogar mit dem Kettcar hinfahren. Würde niemanden stören. Manchmal fahre ich mit dem Fahrrad und ärgere mich weil ich lieber die Bahn genommen hätte. Meistens wenn ich das Auto nehme ärgere ich mich nach 3 Minuten darüber. In der Tram treffe ich meistens twitterer oder Kollegen. Wahrscheinlich wäre mein Leben auf den ersten Blick leichter und effizienter, wenn einer sich überlegte, was wohl der eleganteste und konfliktfreiste Weg für mich zur Arbeit wäre. Und alle anderen einfach wegmachen würde, der Einfachheit und Klarheit halber.</p>
<p>Ich würd es aber hassen.</p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2010/11/29/das-samsung-galaxy-ist-toll-android-ist-toll/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lieber Hermann Scheerer</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2010/11/24/lieber-hermann-scheerer/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2010/11/24/lieber-hermann-scheerer/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 00:19:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=223</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Ich bin ja im Allgäu gross geworden &#8211; genaugenommen in Hindelang (heute &#8220;Bad Hindelang&#8221;). Das war nicht immer ganz einfach, denn die CSU hat nicht umsonst dort Wahlergebnisse jenseits von 60% &#8211; seit Jahrzehnten.
Als ich auf Gynmasium kam waren ein paar Einheimische &#8211; darunter meine bis dato besten Freunde &#8211; aus dem &#8220;Oberdorf&#8221; heruntergekommen um [...]


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F11%2F24%2Flieber-hermann-scheerer%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F11%2F24%2Flieber-hermann-scheerer%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>Ich bin ja im Allgäu gross geworden &#8211; genaugenommen in Hindelang (heute &#8220;Bad Hindelang&#8221;). Das war nicht immer ganz einfach, denn die CSU hat nicht umsonst dort Wahlergebnisse jenseits von 60% &#8211; seit Jahrzehnten.</p>
<p>Als ich auf Gynmasium kam waren ein paar Einheimische &#8211; darunter meine bis dato besten Freunde &#8211; aus dem &#8220;Oberdorf&#8221; heruntergekommen um mich zu verprügeln &#8211; angeblich bildete ich mir ein etwas besseres zu sein usw. Mein grosser Bruder klärte die Situation.</p>
<p>Das Gymnasium selbst war nicht viel besser, ein 70er Betonklotz, geleitet von einem Strauß-Spezl und natürlich mit eisernen Prinzipien. Aber dennoch auch ein Fluchtort, Fenster zur Zivilisation und tatsächlich erster Hinweis auf &#8220;it get&#8217;s better&#8221;. Das hatte natürlich viel mit bestimmten Lehrern zu tun &#8211; wir wurden ja von einer lustigen Mischung aus 68ern und denen die diese einst bekämpften unterrichtet (z.B. Herr Madajewski der bis heute der Grund ist warum ich keine Komma-Regeln beherrsche).</p>
<p><img class="alignnone" title="Gymnasium Sonthofen" src="http://www.ratec-licht.com/grafiken/bilder/gymnasium-sonthofen.jpg" alt="" width="276" height="206" /></p>
<p><span id="more-223"></span>Einer ragte für mich persönlich besonders heraus, und es ist nicht übertrieben zu sagen, dass mein Leben anders verlaufen wäre ohne ihn. Es war Hermann Scheerer, mein Religionslehrer (&#8220;Reli&#8221;). Er hatte &#8211; schon rein äusserlich &#8211; etwas von einem schulbekannten Spinner. Latzhose usw., wehendes ungeordnetes Haar, ottoesker Gang.</p>
<p>Ach ja, er unterrichtete evangelische Religionslehre. Tatsächlich wurden wir unterrichtet in &#8220;warum McDonalds zu verachten ist&#8221; (der nächste war 30km entfernt in der nächsten Kreis-Stadt), &#8220;warum die Bild zu verachten ist&#8221;, &#8220;warum die Natur zu achten ist&#8221; und natürlich Waldsterben. Aber es war kein dogmatischer Unterricht sondern er leitete uns an zu verstehen, was es z.B. mit der industriellen Produktion von Lebensmitteln auf sich hat, was die Konsequenzen waren, wie ein Zeitungsartikel produziert wurde und wie man diesen auseinandernehmen konnte usw. Wir wurden regelrecht in den Methoden kritischer Erkenntnis geschult, aber natürlich mit Kleber und Schere (Collage aus Bild-Zeitungs-Schnipseln machen).</p>
<p>Ich erinnere mich an nichts so gern zurück wie an diesen Unterricht.</p>
<p>Etwas später &#8211; in der Abizeit &#8211; begann ich auch ein privates Verhältnis zu diesem Lehrer und seiner Familie aufzubauen, u.a. als Babysitter seiner verzogenen Kinder. Das war grossartig. Denn er lebte in einem vollverspiessten Kemptener Vorort. Inmitten bayrischer Reihenhausordentlichkeit bewohnte er mit seiner Frau und einer Horde Kindern einen alten Bauernhof, inkl. zweier Pferde die ständig ausbüchsten, einer Scheune die jeglichen Sicherheitsbestimmungen spottete (meterhoch fahrlässig aufgestapelte Stroh-Ballen) und einem Tobe-Raum für die Kinder in dem die Erwachsenen keinen Zutritt hatten. Ein alles-ist-erlaubt Ding. Die Zimmer wurden allesamt mit Holzöfen beheizt und ich erinnere mich noch gut an den klebrigen Lebensmittelschmand in der Ritze des Esstisches &#8211; in meinem Heimathaushalt ein völlig undenkbares Phänomen.</p>
<p>Ich war dort also häufiger Babysitten und das war meist sehr lustig, aber auch regelrecht magisch. Denn ich verehrte diesen Lehrer natürlich über alles. Was nicht ganz einfach war, da er mich ja mit dem kritischen Habitus ausgestattet hatte der genau derartige Verehrung verunmöglichte. Musste also im Verborgenen ausgelebt werden.</p>
<p>Wenn er mit seiner Frau das Haus verliess passierte zunächst folgendes: die Kinder, die bis zum Schliessgeräusch der Tür unbefangen mit Ihrem Holzspielzeug gespielt hatten stürmten plötzlich wie Wahnsinnige auf eine Truhe zu, in der der kleine Fernseher versteckt lag. In Windeseile wurde dieser angesteckt und in Gang gebracht. Das hatte irgendwie was, eine Art Erdung des heiligen alternativen Haushaltes, Austreibung des Gutmenschentums ein stückweit. Vor allem hatten die Kinder dadurch natürlich grossen Spass, immer wenn ich kam.</p>
<p>Wenn die Kinder dann im Bett waren, fing ich an mich im Wohnzimmer der Scheerers zu bewegen. Ich spüre noch heute die Ehrfurcht aber auch das Gefühl von Freiheit und das weit geöffnete Fenster zu einer anderen Welt, in der Dinge anders geachtet wurden. Die Möbel waren anders als zuhause, improvisiert, hier und da kaputt (undenkbar zuhause), zusammengestückelt aber letztlich total gemütlich. Es gab Obstkisten mit Polster und zur Aufbewahrung von Büchern. Und natürlich eine gigantische Stereoanlage mit vielen Platten.</p>
<p>Da hörte ich zum ersten mal Neil Young &#8211; ich wusste, dass das ein wichtige Platte von Hermann war und hörte sie deshalb besonders intensiv. Es war das Album &#8220;Harvest&#8221; und am meisten hatte es mir der Song &#8220;A man needs a maid angetan&#8221;.</p>
<p><a href="http://www.beimnollar.de/2010/11/24/lieber-hermann-scheerer/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Der Song war schön. Traurig und voller Sehnsucht. Aber auch verstörend, weil ich überhaupt nicht mit der Aussage klarkam. A man needs a maid? Es war klar, dass das in keinster Weise dem Bekenntnis dieser vier Wände entsprach. Aber ich wusste, dass es gut sein musste. Also wurde mir klar, dass etwas von Verzweiflung, Gebrochenheit aber auch Rückbesinnung usw. enthielt wenn der sich das anhörte. Dass alles offenbar nicht ganz so einfach war in dieser anderen Welt. So wie sich das liest habe ich es natürlich nicht gespürt. Aber es war trotzdem der perfekte Rahmen für eine reale Hoffnung auf ein besseres Leben, eines mit mehr Dreck, genausoviel Unklarheiten und Kompromissen wie bei den Brutschers in meinem Heimat-Ort aber eben transzendiert auf Obstkiste, selbstgestrickte Pullover und ungekämmte Haare. Das war viel.</p>
<p>Heute ist mir der Song immer noch präsent und ich höre ihn regelmässig wieder. Mir ist es sogar gelungen ihn in den Kontext meiner aktuellen Arbeit <a href="http://www.predictive-behavioral-targeting.com/2010/07/neil-young-on-advertising/" target="_blank">einzubauen</a> obwohl Hermann diese vermutlich hassen würde.</p>
<p>Wie auch immer. Danke Hermann. Danke für Alles.</p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2010/11/24/lieber-hermann-scheerer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zurück auf die Bäume – wie Deutschland seine digitale Zukunft versemmelt</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2010/11/18/zuruck-auf-die-baume-%e2%80%93-wie-deutschland-seine-digitale-zukunft-versemmelt/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2010/11/18/zuruck-auf-die-baume-%e2%80%93-wie-deutschland-seine-digitale-zukunft-versemmelt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 20:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[gsv]]></category>
		<category><![CDATA[streetview]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=221</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Ich weiß, die meisten können es schon nicht mehr hören – ich auch nicht. Aber als heute Google Streetview gestartet ist und aus allen Ecken die „mein Haus ist verpixelt!“ Meldungen eintrafen und ich auch sah, dass unser Haus rechts und links von verpixelten Fassaden eingerahmt ist, ist mir einfach nochmal deutlich geworden, wie krank [...]


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F11%2F18%2Fzuruck-auf-die-baume-%25e2%2580%2593-wie-deutschland-seine-digitale-zukunft-versemmelt%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F11%2F18%2Fzuruck-auf-die-baume-%25e2%2580%2593-wie-deutschland-seine-digitale-zukunft-versemmelt%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>Ich weiß, die meisten können es schon nicht mehr hören – ich auch nicht. Aber als heute Google Streetview gestartet ist und aus allen Ecken die „mein Haus ist verpixelt!“ Meldungen eintrafen und ich auch sah, dass unser Haus rechts und links von verpixelten Fassaden eingerahmt ist, ist mir einfach nochmal deutlich geworden, wie krank das alles ist.</p>
<p>Deutschland verspielt seine digitale Zukunft und die Spiesser, Nix-Raffer und wider besseres Wissen Hetzer definieren die Agenda. Was für ein Trauerspiel.<span id="more-221"></span></p>
<p>Es tut mir auch leid, ich kann einfach nicht nochmal erklären, warum das alles überhaupt rein gar nichts mit Datenschutz zu tun hat. Was ich aber wichtig finde &#8211; und das ist der erste Kotzpunkt an dieser Sache – ist die Tatsache, dass der Datenschutz als gutes Anliegen damit untergraben und ins Lächerliche gezogen wird. Vor allem auch, weil die Privatheits-Grenze in einen Bereich verlagert wird wo sie definitiv nicht hingehört (hallo – wir reden von Euren verfickten Haus-FASSADEN!) oder – wenn es um öffentliche Plätze, den öffentlichen Raum überhaupt geht &#8211; zutiefst reaktionären Charakter annimmt. Ich hätte mir hier von seriösen Datenschützern regelrecht eine Gegen-Initiative gewünscht und eine gut zu vernehmende Klarstellung in der Sache. Aber man nimmt ja lieber mit was auch nur grob die eigene Sache populärer macht.</p>
<p>Der zweite Kotzpunkt – aber da schleicht sich auch schon ein wenig diebische Vorfreude ein – ist die Tatsache, dass wir uns wirklich beginnen die Infrastruktur der digitalen Gesellschaft zu verbauen. Ganz konkret – ich bin mir sicher, dass es nur wenige Jahre dauern wird bis z.B. bei der Bewertung einer Immobilie die Frage, ob diese digital sichtbar ist als ein wesentliches Kriterium einfließen wird. Man muss nur mal fragen, was so ein Berliner Restaurant, ein Getränkelieferant oder ein Frisör oder auch der Motorradhändler in der Vorstadt heute schon an Traffic und Anfragen über Google maps und verwandte Dienste bekommt – und wir sind da gerade erst in der Aufbauphase. Ich wünsche mir sehr, dass die Verpixler es noch bitter bereuen werden wenn der Makler sie fragt wie sie so bescheuert sein konnten…</p>
<p>Der dritte Kotzpunkt ist die ekelhafte Unaufrichtigkeit in dieser ganzen Sache. Also die allseits bekannte Tatsache, dass andere Dienste wie z.B. bing aber auch telefonbuch.de schon seit langem Luftbildaufnahmen anbieten gegen die Streetview im Hinblick auf Einblick in die Privatsphäre geradezu primanerhaft vorbildlich wirkt. Aber gegen Google anzurennen bringt halt einfach bessere PR.</p>
<p>Der vierte Kotzpunkt ist die Stimmung in diesem Land die mit diesem Verfahren nachhaltig von vielen Seiten gestärkt und vertieft wurde. Und zwar meine ich die zutiefst innovationsfeindliche, angstbesetzte und spiessbürgerliche Besitzstandswahrungs-Stimmung. Da bauen Konzerne wie Google, Facebook, ebay und co. mit milliardenschweren Investitionen Infrastrukturen auf, von denen ganze Industrien leben, mit denen zigtausende KMU’s allein in Deutschland an globalen Märkten teilnehmen können – gerade auch in strukturschwachen Gebieten. Services die offenbar von Millionen von Nutzern geliebt und intensivst genutzt werden, Services die darüber entscheiden können ob wir als Wissensgesellschaft eine Rolle spielen werden in 20 Jahren oder nicht. Und den Politikern und Journalisten fällt nix besseres ein als – wie gesagt, wider besseres Wissen – aus unterirdischen Motiven dagegen zu hetzen als ginge es um den Untergang des Abendlandes.</p>
<p>Und nein, ich werde jetzt nicht den „natürlich gehen die auch manchmal lasch mit dem Datenschutz um und müssen beobachtet werden“ Absatz einbauen – das wäre in dem Kontext einfach nicht angemessen.</p>
<p>Ich bin davon überzeugt – wenn wir in Deutschland nicht schaffen ein innovationsfreundlicheres Klima herzustellen und einen seriösen, von Argumenten getragenen Umgang mit neuen Technologien etablieren, werden wir uns langfristig von einer der entscheidenden Zukunftstechnologien abkoppeln.</p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2010/11/18/zuruck-auf-die-baume-%e2%80%93-wie-deutschland-seine-digitale-zukunft-versemmelt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Liebe SPD&#8230;</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2010/09/26/liebe-spd/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2010/09/26/liebe-spd/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 09:26:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[integration]]></category>
		<category><![CDATA[sarrazin]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[toleranz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=218</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
&#8230;heute rufst Du deine Mitglieder in Berlin zum Bundesparteitag zusammen. Unter anderem wollt Ihr darüber sprechen, wie man die sog. &#8220;Integrationsverweigerer&#8221; stärker massregeln kann als das bisher geschieht.
Ach SPD. Ich verstehe schon. Sarrazin verkauft sein Buch wie geschnitten Brot und ein paar Marktforscher haben Euch gewarnt, Ihr könntet Zustimmung verlieren, wenn Ihr ihn ausschliesst. Da [...]


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F09%2F26%2Fliebe-spd%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F09%2F26%2Fliebe-spd%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>&#8230;heute rufst Du deine Mitglieder in Berlin zum Bundesparteitag zusammen. Unter anderem wollt Ihr darüber sprechen, wie man die sog. &#8220;Integrationsverweigerer&#8221; stärker massregeln kann als das bisher geschieht.</p>
<p>Ach SPD. Ich verstehe schon. Sarrazin verkauft sein Buch wie geschnitten Brot und ein paar Marktforscher haben Euch gewarnt, Ihr könntet Zustimmung verlieren, wenn Ihr ihn ausschliesst. Da seid Ihr ein bisschen vorsichtig geworden &#8211; man will ja den Aufwärtstrend nicht leichtfertig verspielen. Und im Prinzip hat er ja recht, gell? Halt ein bisschen unglücklich formuliert hier und dort. Könnte man die offensichtliche Zustimmung in der Bevölkerung nicht sogar geschickt nutzen und für weiteren Rückenwind sorgen? Einen Versuch wäre es wert.</p>
<p>Oh wie falsch bist Du unterwegs damit SPD &#8211; Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie sehr Du schon wieder anfängst Deine Seele zu verraten und Deine Freunde zu verschrecken.</p>
<p>Gibt es wirklich nur den Weg der Selbstaufgabe vor dem Pöbel? Der Anbiederung an Mehrheitstrends?</p>
<p><span id="more-218"></span>Meine Traum-SPD würde der Debatte eine eigene Position entgegensetzen, eine die von anderen Grundwerten geprägt ist als bei den Konservativen und den Rechten. Eine Position die von einer Haltung geprägt wäre die auf Menschenrechte, Respekt vor dem Anderen und Solidarität mit den Schwachen setzt.</p>
<p>Oder anders gesagt: ich würde mir eine SPD wünschen, die für ein Deutschland mit menschlichem Antlitz steht.</p>
<p>Was würde das bedeuten in der Integrationsdebatte?</p>
<p>Vielleicht erstmal was es nicht bedeuten muss &#8211; es muss nicht heissen Augen-zu vor der offensichtlichen Problematik die auch durch Zuwanderung entsteht. Auch nicht Augen-zu vor Menschen die unsere Grundwerte und unsere Verfassung missachten.</p>
<p>Aber ich würde mir ein bisschen Einordnung und Schwerpunktsetzung wünschen. Also zum Beispiel darauf hinweisen, dass wir ein gastfreundliches Land sein wollen, ein Land das Menschen in Not Asyl gewährt und diese gerne aufnimmt &#8211; auch auf Dauer. Kleiner Hinweis am Rande dazu: man muss das auch nicht immer gleich mit irgendwelchen ökonomischen Argumenten rechtfertigen, also Fachkräftemangel, Rentenzahler, Demographie-Pyramide usw. &#8211; es ist einfach ein guter Grundwert Menschen Asyl zu gewähren, ohne dass es dafür weiterer Rechtfertigungsgründe und ROI-Kalkulationen bedarf.</p>
<p>Und dann könnte man selbstbewusst darüber sprechen warum man Toleranz weiterhin für einen wichtigen Grundwert in dieser Debatte hält. Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen und anderen Religionen zum Beispiel &#8211; und warum man keinesfalls glaubt, dass ein Ende der Toleranz angesagt ist gegenüber Zuwanderern nur weil ein kleiner Teil sich problematisch verhält.</p>
<p>Man könnte es auch begründen und einordnen, und zum Beispiel darauf hinweisen, dass es viele andere kleine Teile in unserer Gesellschaft gibt, die sich nicht besonders gut integriert verhalten, z.B. rechte Gruppen die Ausländer durch die Strassen hetzen, Steuerflüchtlinge die ein vielfaches an staatlichem Geld missbrauchen und dabei alle Privilegien geniessen, Lobbygruppen die die demokratischen Mechanismen gezielt unterlaufen usw. &#8211; und dass man als SPD nicht bereit ist eine Hetz-Debatte gegen die Menschen die in diesem Land Zuflucht suchen mitzuführen.</p>
<p>Wie wäre das SPD?</p>
<p>Ihr könntet damit übrigens auch eine Brücke schlagen zur anderen Debatte wo viele eine Rückbesinnung auf Eure Grundwerte erwarten. Denn Ihr beginnt gerade die Integrationsdebatte mit den gleichen Argumenten zu führen mit denen Ihr in den letzten Jahren gegenüber Menschen argumentiert habt, die z.B. durch den Verlust des Arbeitsplatzes aus dem System gefallen sind. Auch hier würde es Euch gut zu Gesicht stehen, die pseudo-liberale Sanktions-Suada durch eine Grundhaltung der Solidarität mit den Schwachen zu ersetzen und zu erläutern, wie Ihr Euch eine Gesellschaft mit menschlichem Antlitz vorstellt.</p>
<p>Wie gesagt es ist vermutlich ein Traum &#8211; einer den prominentere schon viel länger erfolglos träumen&#8230;</p>
<p>&#8220;Ich bin Ende 1992 aus Protest gegen die falsche Asylpolitik der SPD   aus der SPD ausgetreten. Wenn das wieder in Ordnung gebracht wird, und   darauf warte ich immer noch, trete ich wieder ein.&#8221; (Günter Grass)</p>
<p>Die Eier habt Ihr sicherlich nicht auf diese Forderung einzugehen &#8211; obwohl es eine grandiose Alternative zum Rauswurf von Sarrazin wäre&#8230;</p>
<p>Aber ich würde mir wünschen, dass Ihr wenigstens stückweise zu einer stolzen Partei zurückkehrt die Ihre Grundwerte kennt und selbstbewusst vertritt auch wenn die Meinungsforscher davon abraten. Das wäre schön.</p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2010/09/26/liebe-spd/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warum die Löschaktion der ARD zu begrüssen ist</title>
		<link>http://www.beimnollar.de/2010/07/25/warum-die-loschaktion-der-ard-zu-begrussen-ist/</link>
		<comments>http://www.beimnollar.de/2010/07/25/warum-die-loschaktion-der-ard-zu-begrussen-ist/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 09:41:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holadiho</dc:creator>
				<category><![CDATA[FAZ & Co]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Koch]]></category>
		<category><![CDATA[Löschung]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkstaatsvertrag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.beimnollar.de/?p=216</guid>
		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Es gilt ja die ziemlich einhellige Meinung, dass die Lösch-Aktionen der ARD im Internet ein Skandal sind, @343max und @mspro sprachen in Ihrem Podcast gar von einer Sache für die wir uns bei späteren Generationen werden rechtfertigen müssen als wäre es eine Art digitale Bücherverbrennung (der Vergleich wird tatsächlich von Holger Köpke gezogen), was da [...]


No related posts.

Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F07%2F25%2Fwarum-die-loschaktion-der-ard-zu-begrussen-ist%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.beimnollar.de%2F2010%2F07%2F25%2Fwarum-die-loschaktion-der-ard-zu-begrussen-ist%2F&amp;style=normal" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p>Es gilt ja die ziemlich einhellige Meinung, dass die <a href="http://blog.zeit.de/kulturkampf/2010/07/19/ard-und-zdf-mussen-ihre-archive-loschen/" target="_blank">Lösch-Aktionen der ARD</a> im Internet ein Skandal sind, <a href="http://twitter.com/343max" target="_blank">@343max</a> und <a href="http://twitter.com/mspro" target="_blank">@mspro</a> sprachen in <a href="http://wir.muessenreden.de/2010/07/23/wmr10-%E2%80%93-wieso-steht-hier-bier/" target="_blank">Ihrem Podcast</a> gar von einer Sache für die wir uns bei späteren Generationen werden rechtfertigen müssen als wäre es eine Art digitale Bücherverbrennung (der Vergleich wird tatsächlich <a href="http://rz.koepke.net/2010/07/22/verleger-vs-gez-medien-digitale-bucherverbrennung/" target="_blank">von Holger Köpke gezogen</a>), was da passiert.</p>
<p>Und ich muss zugeben, befremdlich ist es schon, wenn aufwändig mit Steuergeldern produzierte Inhalte einzig aufgrund gesetzlicher Bestimmungen vom Netz genommen werden.</p>
<p>So blöd kann doch eigentlich keiner sein&#8230;</p>
<p>Der Rundfunkstaatsvertrag erzwingt dieses Verhalten aber aus einem erstmal leicht nachvollziehbaren Grund: der Sendeauftrag der Öffentlich-Rechtlichen ist nur begrenzt und es soll verhindert werden, dass durch eine überzogene Ausweitung im Internet anderen Anbietern mehr Konkurrenz gemacht wird als erlaubt ist.</p>
<p>Damit man sich dann maximal darüber aufregen kann, wird diese Meinung auch lautstark von den Vollzeit-Lobbyisten der Publisher-Verbände verteidigt (so z.B. <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/ARD-will-nicht-nur-programmbegleitend-im-Internet-aktiv-sein-184193.html" target="_blank">Christoph Fiedler vom VDZ</a>).</p>
<p>Für die Netzgemeinde ist damit klar: <strong>Löschen ist böse! </strong></p>
<p>So einfach ist es aber nicht. <span id="more-216"></span>Denn es sind schwierige Zeiten für die Print-Industrie. Madame <a href="http://twitter.com/pickihh" target="_blank">@pickihh</a> hält gar die gedruckte <a href="http://www.welt.de/welt-kompakt/scroll-edition/article8226235/Tina-Pickhardt.html" target="_blank">Zeitung an sich für &#8220;angezählt&#8221;</a>. Aber dieses Land braucht unabhängigen Journalismus, Tageszeitungen, Hintergrundrecherchen usw.</p>
<p>Und um ehrlich zu sein geht es mir langsam auf den Sack, wie in der Netzgemeinde das Aussterben von Print fast schon herbeigesehnt, jedenfalls unter Spott begleitet wird. Man ist sich ja so sicher, dass mit Bloggen und Twitter alles eigentlich viel besser ist, nicht so verknöchert, alles supermodern und offen und eh an allem viel näher dran. Ausserdem von Bürgern kontrolliert, ohne Redaktionssystem und -Konferenz, ohne Chefredakteur und natürlich ohne böse kommerzielle Absichten.</p>
<p>Nun bin ich ja selbst auch Blog und Twitter-Apologet. Blogs sind eine spannende Ergänzung und machmal tatsächlich viel näher dran, mit mehr Leidenschaft geschrieben, überraschender und persönlicher. Twitter ist eh über jeden Zweifel erhaben.</p>
<p>Aber gemessen an einer Reihe von wichtigen Kriterien wie z.B. Recherche-Qualität, Unabhängigkeit, Tiefe, Professionalität (auch im Schreibstil), Trennung von Meinung und Beitrag, Trennung von Werbung und Beitrag, Trennung von persönlichen Motiven und Beitrag sind Blogs sowas von ein armer unterentwickelter Scheiss gegenüber Print, dass es geradezu absurd erscheint an eine Ablösung auch nur zu denken.</p>
<p>Und bevor Ihr jetzt aufgeregt zum Kommentarfeld springt: Nehmt einfach mal eine beliebige Ausgabe der faz zum Beispiel und haltet den Inhalt gegen die Erzeugnisse der Blogosphäre des gleichen Tages. Also ich meine jetzt nicht einen Beitrag von Herrn Niggemeier im Medienteil. Ich meine alle Beiträge. Wirtschaftsteil, Feuilleton, Politik &#8211; von mir aus auch Sport. Zusätzlich bitte auf Stories auf Seite 3 achten und andere Hintergrundreportagen hier und dort. Vergegenwärtigen wie viel an Recherche, Abstimmung, Vier-Augen-Prinzip, Kontrolle durch Spezialisten, Endredaktion (aka &#8216;Sorgfalt&#8217;) in jeden Beitrag eingegangen ist. Wie ausgewogen der Beitrag ist und wie sehr um Objektivität bemüht. Oder seht Euch die Blatt-Komposition an, die Vielfältigkeit der Meinungen, das Spektrum (meiner Ansicht nach geradezu sensationell bei der faz). Dann nochmal kurz der obligatorische Blick zurück und überlegen, was die Print-Industrie für die politische Kultur in diesem Land in den letzten 50 Jahren geleistet hat. Welche Skandale aufgedeckt wurden. Wieviel Aufklärung geleistet wurd und &#8211; ja &#8211; Erziehung.</p>
<p>Ist ernsthaft irgendwer der Meinung man sollte froh sein, wenn das untergeht? Und wirklich auch der Meinung, die Blogger würden es schon richten?</p>
<p>Also &#8211; deshalb finde ich es völlig richtig wenn die ARD darin beschränkt wird mit Ihren Gebühren-Milliarden dieser Industrie noch weitere Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Nur weil man es gerade mal schick findet mit ein paar hundert Millionen ein bisschen Online zu machen. Aber wenn ein Herr Koch einem den kritischen Chefredakteur rausschmeisst arrangiert man sich irgendwie, muss ja weitergehen.</p>
<p>Ich habe keinen Bock auf diesen Staatsjournalismus im Netz. Und ich habe keinen Bock auf Bloggerjournalismus als einzige Option. Was ich mir wünsche ist eine starke Online-Präsenz von faz, taz, süddeutsche und co! Darum sollten wir kämpfen, denn es würde unwiederbringlich viel verloren gehen, wenn es nicht gelänge die journalistische Qualität der Print-Häuser ins Netz zu bekommen.</p>
<p>Natürlich wäre es schön, wenn man dafür keine Inhalte der ARD löschen müsste &#8211; aber wenn ich eine Wahl hätte wäre mir eine starke Online-FAZ tausendmal lieber als ein bisschen tagesschau online.</p>


<p>No related posts.</p>
<p>Related posts brought to you by <a href='http://mitcho.com/code/yarpp/'>Yet Another Related Posts Plugin</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.beimnollar.de/2010/07/25/warum-die-loschaktion-der-ard-zu-begrussen-ist/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

