Oh Captain, mein Captain

So langsam reichts mir, deshalb jetzt doch nochmal zu Vodafone und co von mir. Diesmal zu den Protagonisten und den Stauns und Alphonsos von der Niederschreibseite.

Zu DonAlphonso muss man eigentlich nicht viel sagen, das ist letztlich ein armer Kerl. Nur schlimm, dass die FAZ ihm so ein prominentes Podium bietet, das verstehen tatsächlich viele nicht. Liebe FAZ, ihr nagt damit erheblich an Eurer durch Holger Schmidt und Co aufgebauten hervorragenden Online-Reputation. Überlegt Euch das nochmal.

Was mir aber vor allem auf die Nerven geht ist diese neiddurchtränkte ad-personam Argumentation die jetzt auch noch nahezulegen versucht, dass Saschalobo sich ungerechtfertigterweise zum “Klassensprecher” der Web2.0 Gemeinde aufschwingen würde. Ähnliches wird hier und dort Nico unterstellt der nur ein bisschen mehr im Hintergrund agiert hat und eine normale Frisur trägt. Aber die Missgunst ist die Gleiche.

Für mich sind die beiden viel mehr als nur legitime Klassensprecher. Beide sind Captains des Internet für mich und ich glaube mit vielen anderen sagen zu können, dass wir sie verehren für das was sie tun. Wirklich.

Sascha ist eine der klügsten und reflektiertesten Gestalten des Web2.0 was sich auch in zahlreichen Artikeln (z.B. hier “Weshalb meine Schuhgrösse im Netz steht”), seinen Büchern und seinen Äusserungen wann immer er gefragt wird zeigt. Ich könnte mir keine bessere Vertretung der Web2.0 Gemeinde nach draussen vorstellen. Und er schwingt sich wirklich überhaupt nicht zu irgendwas auf oder versucht sich geldwertig auf eine Bewegung draufzusetzen. Er ist einfach gut, hat eine Menge bewegt – und vieles davon zählt für mich zu den lohnendsten Dingen des Internet wie ich es täglich nutze. Twitterlesung, Riesenmaschine, Prokrastination, Followerparties und zig andere Dinge. Ganz ehrlich – ich finde es klasse dass er Testimonial für Vodafone ist, das ist einfach viel viel besser als irgendein Boris Becker oder sonstige nichtssagende Deppen. Und ich mache mir überhaupt keine Sorge, dass Sascha sich an Vodafone verkauft hat und an zensursula. Was für ein Blödsinn.

Es gibt sie ja tatsächlich diese “ich bin jetzt mal der Sprecher hier” Typen die sich ungeliebt und ohne wirkliche Legitimation einer Sache aneignen. Ich finde es aber grad das sympathische an Sascha, dass er eben nicht so ist. Natürlich liest er gerne selbst seine tweets vor und lässt sich bestimmt nicht zweimal bitten um bei Maybrit Illner eingeladen zu werden. Das ist ok. Aber ich habe ihn noch nie sagen hören “Wir Blogger sehen das so und so..” oder “die Web2.0 Gemeinde akzeptiert das nicht”. Ich habe ihn bisher ausnahmslos klug und differenziert seine Meinung vertreten sehen die meistens sehr nah an dem war was ich liebe am Web2.0. Nämlich dass es nicht dominiert, nicht politisch ausschlachtet und sehr viel Wert auf eigene Meinung und Vielfalt legt. Mit alten Worten – dass es daherkommt wie eine echte Bürgerbewegung.

Und jetzt zu Nico, dem Herrn Lumma. Viele liesse sich wiederholen was zu Sascha gesagt wurde. Ein kluger, freundlicher Vorantreiber des Internets. Einer der sehr viele Dinge lautlos und ideenreich vorangetrieben hat. Ich meine hallo – er hat es geschafft, dass die grösste Vodafone-Kampagne in der Geschichte mit Protagonisten des Web2.0 gedreht wird und einen sensationellen Anteil des Werbebudgets online ausgegeben wird! Bei allem was man – meiner Ansicht nach vor allem in der Umsetzung – negatives über die Vodafone Kampagne sagen kann: Es hat bisher keine auch nur annähernd so mutig und konsequent Richtung Innovation und Online gerichtete Kampagne im Internet gegeben. Natürlich ist Vodafone auch eine normale blöde Firma mit dämlichen Tarifen und Kundenverarsche – wie ich an anderer Stelle ja ausgeführt habe. Aber für die Entwicklung der Werbebranche, des Online-Marketings und auch die Web2.0 Szene kann dieses Stück Arbeit nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es ist nicht nur einer der grössten Konzerne der hier so konsequent Richtung online überzeugt wurde wie wir das bisher selten gesehen haben. Die Kampagne wird so oder so zu zig Folgekampagnen führen und an vielen Stellen dazu führen dass Marketingentscheider nochmal überlegen bevor sie Ihr Budget aufteilen. Online hat damit einen riesen Schritt nach vorne getan. Danke Nico!

Man kann und soll auch kritisieren wenn man dazu eingeladen wird sich zu beteiligen. Aber ich habe überhaupt keinen Bock, dass irgendwelche selbstgefälligen Schreiberlinge uns jetzt einen Scheiss einreden was diese beiden Protagonisten (und die anderen die teilgenommen haben) anbelangt.

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