Archive for December 2013


Meine Weihnachtsbeleuchtung ist jetzt auch bei twitter

December 22nd, 2013 — 2:47pm

Darf ich vorstellen: 

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Das ist Sternibirke (der erste Teil des Namens ist eine kleine Referenz an unsere Zeit in Berlin), bestehend aus 5 Weihnachtssternen, die in der Birke vor unserem Haus hängen. Ein kleiner Raspberry überwacht Eure tweets und wenn Sternibirke eine Mention bekommt, blinkt er/es kurz. Eine reine twitter-xmas-Installation also wie Dittsche sagen würde.
Damit das funktioniert, fragt ein Perl-Skript alle 60sec die Twitter-API ab und sendet bei neuer Mention ein Signal an den Home-Automation Server FHEM der die Steckdose unter Kontrolle hat. Alles noch im Anfangs-Stadium – soll noch singen können und Fotos machen wenn ihr danach fragt, Update folgt.

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Wasserflaschenschutz

December 10th, 2013 — 10:33pm

Puh. Mein erster Häkel-Blogartikel. Oder Häschen-Blogartikel. Oh Mann, es muss eigentlich Heiratsanträge hageln morgen früh. However – ich musste etwas tun damit die Wasserflasche am Häschenstall nicht einfriert wenn der Winter jetzt bald richtig reinbricht. Voila:

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Farbwechsel sind immer noch nicht so ganz meine Stärke (werde aber besser) und das Abnehmen am Schluss hat super geklappt. Was für ein Satz.

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Hacking the House

December 8th, 2013 — 5:47pm

“My energy bill is 700Million euros, and its growing 10% every year.” Zitat eines Vorstands einer grossen Mobilfunkgesellschaft vor ein paar Tagen. Ich glaube Energie wird eines der spannendsten Themen für die nächsten 20 Jahre – also wenn es um Innovationen, Startups und einschneidende Änderungen unseres Alltagslebens geht. Und natürlich um Wirtschafts- und Standortfaktoren sowie Umweltschutz. Wir werden hoffentlich kein Fracking machen in Deutschland aber vielleicht als erstes grosses Land die Energiewende schaffen.
Wie auch immer – ich wollte mich auch persönlich damit beschäftigen. Und was liegt da näher als das fancy Thema Home-Automation? Ein Thema, mit dem man jeden Flirt lässig für sich entscheiden kann?
Eigentlich fing es aber anders an – ich wollte nämlich irgendwas mit Raspberry machen (bevor es an die Drohne geht). Und da bot sich Home-Automation an.
Also: habe mich für Home-Matic entschieden, es stehen nämlich eine ganze Reihe von Systemen zur Verfügung, die es häufig bei Elektronik-Versendern gibt, aber auch bei RWE oder Spezialherstellern. Home-Matic ist noch ganz gut bezahlbar, hat viele Zubehörteile und verfügt über einen Rückkanal der einem wissen lässt ob ein Schaltkommando angekommen ist.
Wenn man sich mal bei Conrad oder ELV o.ä. die Geräte dafür ansieht wird man schnell auf eigene Einsatz-Szenarien kommen.
Gesteuert wird das ganze bei mir mit einem Raspberry-PI, der über den USB-Port einen Dongle betreibt (kann den von busware.de empfehlen) welcher über das 886 MHZ Band kleine Funktelegramme an die Home-Matic Aktoren senden kann. Als Software dient das in Perl geschrieben Open-Source Projekt FHEM das eine breite Community-Unterstützung hat und ziemlich ausgereift wirkt. Man kann das Ganze übrigens alternativ auch direkt über die Fritz-Box betreiben – es gibt eine Beta-Firmware mit integriertem FHEM-Server.

Es gibt auch – relativ frisch – sehr einfach zu installierende Thermostaten für den Heizkörper, die sich per Funk steuern lassen. Sind wirklich mit wenigen Handgriffen zu montieren (ersetzen die manuellen Regler) und in wenigen Minuten ans System angebunden. Damit kann man dann also (auch in einer Mietwohnung) schonmal die Heizung smart steuern, wahlweise z.B. nach festen Zeiten und Szenarien oder auch mit einer intelligenten Anwesenheitserkennung (z.B. über einen Befehl in der Fritz-Box der ermittelt ob Geräte im Netz angemeldet sind).
Energiesparprinzip ist hier: Heizen nur wenn Heizen gebraucht wird (dann aber richtig, so konnte ich auch meine Familie für das Projekt gewinnen…).
Ein Home-Matic Stecker schaltet morgens die Kaffee-Maschine ein, die Rollos öffnen sich von selbst und alle Heizungen werden kurz maximal hochgefahren. Die elektr. Fussbodenheizung im Bad wird genau so aktiviert, dass der Boden angenehm warm ist wenn sich alle aus den Betten gequält haben, danach wird sie sofort wieder ausgeschaltet (der alte Regler hat das immer nur so halb hinbekommen und häufig unnötig eingeschaltet).
Zusätzlich (ok, das werden jetzt nicht mehr alle mitmachen) überwache ich den Hasenstall mit einem Temparatur-Sensor und kann ein Terrarium-Heizkissen automatisch aktivieren wenn es zu kalt wird.
Im System gibt es auch zahlreiche Aktoren die sich anstelle bestehender Schalter einsetzen lassen, sogar inkl. Adapter-Set für die gängigsten Schaltersysteme so dass “von aussen” gar nicht erkennbar ist, dass der gleiche Schalter jetzt auch per Funk schaltbar ist. Und es gibt eine ganze Reihe von Freak-Anwendungen, z.B. soll es möglich sein den Strom-/Gaszähler über einen sog. Reed-Kontakt ins System zu integrieren – diesen Magnet-Kontakt holen Bastler aus einem Fenster-Sensor heraus und montieren ihn an einer bestimmten Stelle am Gaszähler die einen magnetischen Impuls aussendet wenn er schaltet…
Über die Steuer-Software sind alle möglichen Szenarien abbildbar, zeitgesteuerte Funktionen, Gruppenbildung, schalten in Abhängigkeit von anderen Ereignissen usw. – und natürlich lässt das Ganze sich mit Hilfe von Dyndns o.ä. natürlich auch aus der Ferne schalten und administrieren. Nie mehr nach dem Urlaub in ein kaltes Haus zurückkehren oder in ein sinnlos zwischenzeitlich geheiztes. Und für EinbrauchsparanoikerInnen lassen sich schöne Anwesenheitssimulationen programmieren versteht sich…
Ach ja – irgendjemand hat sich dann kürzlich in meinen Twitter-Account gehacked und dort behauptet ich hätte das ganze Projekt überhaupt nur deshalb gestartet, Frechheit.

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A difference that makes no difference

December 3rd, 2013 — 10:44pm

Auf einen zufällig von @antjeschrupp aufgeschnappten tweet hatte ich mich zur Antrittsvorlesung von Angela Davis auf die Angela Davis-Gastprofessur des Frankfurter Lehrstuhls für Gender und Diversity Studies angemeldet (kein Witz, sie ist die erste Gastprofessorin des nach ihr benannten Lehrstuhls).
Da sass ich nun in diesem Hörsaal und hatte eine Legende der schwarzen Protestbewegung, Marcuse-Schülerin und gefeierte Theoretikerin vor mir, die schon ohne ein Wort zu sagen mit standing Ovations begrüsst wurde.
Und dann sprach sie. Über den Begriff des Feminismus und warum bereits in der Definition unterschiedliche Ausgrenzungen vorgenommen werden – weshalb sie sich nie als Feministin bezeichnet hat. Über kritische Theorie und warum eine Forderung der Abschaffung von Gefängnissen weit über die Abschaffung von Gefängnissen hinausgehen muss – nämlich hin auf eine Revolution der Gesellschaft die in ihrer inneren Logik sonst Gefängnisse braucht, also eine Revolution der Erziehungseinrichtungen, der öffentlichen Orte, der Arbeitsorte usw. Sie erzählte davon wie Schule in den USA in den letzten Jahren häufig schon mehr Ähnlichkeit mit Gefängnissen hat als mit Orten des Lernens (nämlich Disziplin und Testen). Und davon wie die Gefängnisprinzipien der Gesellschaft sich reproduzieren in emotionalen Reaktionsmustern und in die „privaten“ Beziehungen hinein, so daß immer noch gilt das private sei politisch – und umgekehrt. Alles faszinierend, tief und authentisch, auch unterlegt durch ihre jahrzentelange Aktivisten-Zeit und die Tatsache, dass sie mehrfach im Gefängnis saß und eine zeitlang auf der FBI-Liste der 10 meistgesuchten Terroristen stand. Aber es fehlt mir ausreichend Kenntnis (abgesehen von meinen eingestaubten, aber total beglückt auflebenden Frankfurter-Schule Texten im Hinterkopf und natürlich meinen Schul- und sonstigen Erziehungsfights mit meinen Töchtern immer wieder…) um wirklich inhaltlich angemessen darzustellen wovon sie genau sprach – ich hatte aber wohl den Eindruck, dass es grossartig war weil revolutionär, das ganz andere denkend, selbstreflexiv, kritisch…
Das alleine war schon hart für mich – sass ich doch da als einer, der seine Lebensenergie den Weiterentwicklung von Werbetechnologie verschrieben hatte obwohl ich gefühlt auch bei Marcuse studiert hatte…
Doch dann sprach sie noch kurz davon warum sie eigentlich ablehnt zu „Diversity“ zu sprechen obwohl die Gastprofessur das im Titel führe. Diversity sei nämlich inzwischen ein „corporate“ Begriff. Da habe man eben erkannt, dass die Maschine besser liefe wenn man ein paar Frauen oder Schwarze oder andere bisherige Randgruppen gut sichtbar sozusagen vorne draufschraubte. Und sie verwahrte sich einem Feminismus zugeschrieben zu werden, der vor allem zum Ziel habe mehr Frauen in den Apparat zu bekommen, an wichtige oder sichtbare Positionen usw.
Und mir wurde klar, dass sie Recht hat. Dass das was wir (jetzt rede ich von meiner Firma, die mit der Werbetechnologie…) als gender equality betreiben, z.B. indem wir eine pay-gap Analyse in Auftrag geben oder eben gute Arbeitsbedingungen für Frauen zu schaffen versuchen nicht mehr ist als ein schaler Abklatsch von dem was mit dem revolutionären Begriff des Feminismus gemeint ist. Und vielleicht sogar schlimmer – dass es letztlich eine Domestizierung des Konzeptes ist – nicht nur weil wir die Firma nicht gleich auflösen und das Geld an Bedürftige verteilen (und unsere Kraft auf sinnvolle Dinge verwenden) sondern auch weil wir vielleicht noch nichtmal an die Tiefenstrukturen gehen die gender unequality schaffen und perpetuieren in der Arbeit. Also z.B. Sprechmuster, die Art wie wir arbeiten und vor allem die Art wie wir Autonomie definieren und vermutlich eben auch okkupieren, nämlich als perfekte Autonomie-Simulation mit dem Ziel der maximal feingesteuerten Selbstausbeutung (Home-Office…).
Es tut übrigens nicht weh das zu sagen und ich halte es auch nicht für übertrieben. Ist einfach wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass „diversity“ tatsächlich längst ein corporate Konstrukt ist und wir uns nicht weiß machen sollten damit Ziele zu erfüllen, für die Angela Davis 60 Jahre gekämpft hat.
Ich glaube wenn man sich das bewußt macht und das Bewußtsein wach hält kann es ok sein für diversity und gegen den gender pay-gap zu kämpfen, wohl wissend, dass man damit nicht viel erreicht weil die eigentliche Aufgabe eine andere ist. Und übrigens auch wissend, dass man unter Umständen eine Befreiungs-Simulation betreibt die alles nur noch schlimmer macht – „a difference that makes no difference“.

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