Ich hab seit vielen Jahren einige Kilos zu viel drauf, und es nervt und ärgert mich. Und wie die meisten habe ich immer mal wieder dies und das getan, dann paar Kilo runter, dann wieder paar Kilos rauf, das ewige Karussel.
Was ich allerdings auch immer schon dachte, wenn ich mal wieder nach 17 Uhr und einem anstrengenden Tag eine ganze Tafel Milka mit ganzen Nüssen vertilgt habe ist was vermutlich im innern auch viele von Euch kennen, nämlich dass es dabei eigentlich nicht wirklich um “essen” geht, sondern vielleicht eher um “Zufuhr”. Heute würde ich noch sagen “Beruhigung”. Jedenfalls was seelisches, man isst für die Seele.
Na ja, will jetzt nicht länger schreiben, vielleicht immer mal wieder, hier jetzt nur so viel: ich fange an auf einen anderen Pfad zu kommen, und hab mir dabei eine eigene Methode ausgedacht, die heisst “Nix vor 11”. Und sie berucht auf 3 einfachen Regeln:
Keine Nahrungsaufnahme vor 11 Uhr vormittags
Erste Nahrung ist immer Gemüse
No sweets
Und wie es sich heute gehört, habe ich mir auch gleich eine iOS App dazu gemacht – die könnt Ihr auch nutzen, ist kostenlos und für den Moment steht da alles weitere.
Damit kann man ganz schön die Emotionen hochlocken, ich kann es Euch sagen. Aber ja, ich finde die Möglichkeit mit KI sozusagen gemeinsam ein Buch zu schreiben ziemlich spannend – so spannend, dass ich in unserer between-the-years Challenge gleich eine ganze Lösung dafür entwickelt habe, und zwar hermes3000. Könnt Ihr Euch gerne mal anschauen und kostenlos ausprobieren.
Dass Large Language Models gut mit Text umgehen können ist ja klar und Texte zu generieren ist sozusagen ihr primärer Daseinszweck – warum also nicht gleich ganze Bücher mit Ihnen schreiben?
Ja, warum nicht. Klar gruselt es einen auch kurz ein bisschen. Aber bei mir überwiegt die Faszination, habe auch vor 20 Jahren schon Compter-Lyrik gemacht, ergo – warum nicht.
Und ich denke einfach, es könnte vielen Menschen (wie mir) helfen den Sprung in ein Roman-Projekt oder eine Love-Story oder eine Horror-Kurzgeschichte überhaupt zu schaffen. Also dass am Ende durch solche Technologien viel mehr Leute ans Schreiben kommen, also vorher.
Na ja. Also wenn Ihr mal das erste Test-Buch anschauen wollt, es ist eine Kurz-Geschichte über einen Typen der in einem Callcenter arbeitet und kurz vor Feierabend einen traumatischen Call reinbekommt. Könnt Ihr hier lesen: Die letzte Frage
Eines der fancy features ist, dass man mit dem nagelneuen Nano-Banana-Pro ein 4K Bild vom Buchinhalt als Infographik machen lassen kann.
Nachdem meine langjährige Liebschaft Ubirch leider den Bach runtergegangen ist, habe ich mich jetzt auch ganz auf die Seite der KI geschlagen, was auch sonst.
Deswegen findet Ihr mich jetzt drüben bei hybridai.one – einem KI-Chat-Agent Service auf dem man mit wenigen Klick seinen eigenen Chat-Bot generieren kann. Genaugenommen geht es sogar mit nur einem einzigen Klick, wenn man nämlich das ziemlich lässige “Chat-Bot-from-URL” tool benutzt hier.
Habe mir vorgenommen ein paar Dinge anders zu machen, deswegen ist z.B. meine erste Mitarbeiterin auch meine Tochter – die gerade Ihre Ausbildung zur KI-Managerin beim Startplatz abgeschlossen hat (kann ich übrigens sehr empfehlen).
Na ja, schaut mal rüber, macht Euch so ein fancy Chat-Böttchen und vielleicht holt Ihr Euch ja auch einen kostenlosen Account oder sogar mehr. Wir würden uns freuen!
Dass es wirklich düster aussieht um die Zukunft unseres Landes? Keine Ahnung was mit dem Team passiert ist, dass die Werbedeals reingeholt hat, aber Lidl, BYD, Qatar, Alipay und Wiesenhof. Welche Realität soll das abbilden? Ist es einfach das Schrott-Level, bei dem wir angekommen sind?
Aber es ist ja nicht nur die Auswahl der Werbepartner, die ein bisschen Stirnrunzeln hervorrufen kann – auch in den Werbemitteln gibt es ein paar schöne Skurrilitäten:
OK, Aliexpress will uns offenbar zu “Mehr Sparen” animieren und irgendwie ihre Wallet oder Payment-Lösung promoten. Oder was auch immer. Aber wo denn bitteschön? Hat das irgendjemand ausserhalb von China schonmal irgendwo als Payment-Lösung gesehen? Wieviele Absagen von Werbekunden müssen reingekommen sein, bevor man sich auf diesen Deal einlässt? Das muss sich für Alipay ja rechnen für die 0.0003% chinesische MitbübergInnen unter den deutschen Zuschauern, nun ja.
Und hier natürlich nochmal mehr, unbekannte brand mit chinesischen Schriftzeichen beworben, hä?
Aber auch so ein paar andere Bescheuertheiten sind anzumerken, z.b. dieser Mega-Domain Trick von Booking.com. Einfach mal “booking.yeah” sichern und hier ganz groß mit so einem Banden-Überblend-Effekt die Leute vom Hocker reissen, wirklich mega. Welcher Praktikant aus dem Ops-Team hatte die Idee, gebt es zu? Oder der neue CEO und keiner traute sich was zu sagen, har har. (wie einst Marissa Mayer mit dem neuen Yahoo-Logo, dass sie zuhause selbst entworfen hatte, chrchr).
Aber jetzt kommen wir so zwei echten Leckerbissen. Wir reden mal nicht über die Typo zwischen Logo und Werbetext, geschenkt. Aber was ist bitte bei dem Slogan passiert? Kann ja sein, dass “Hisense” (was machen die eigentlich?) in irgendwas die #2 sind. ok. Aber wer hat bitteschön diesen mittleres Management Sinnspruch aus einer Powerpoint rauskopiert und der Werbe-Agentur geschickt? Und dann hat noch so ein Schlauerle aus dem Vorstands-Sekretariat darauf hingewiesen, dass man ja nur “globally” die #2 sei, hier im Heimamtmarkt Seng-Chon sei man ja lange schon die unangefochtene #1! Schnell Update an die Agentur geschickt, voilá!
Und hier die zweite Textschönheit. “Nr1 von NEV” ist einfach nur geil. Weil ich orginal noch nicht ein einziges mal vorher die Abkürzung “NEV” gehört habe, was soll das sein? “Nur electric vehicle”? Oder “Non emission vehicle”? Oder vielleicht “Noise emitting vehicle”? (wegen dieser Ton-Generatoren die die Verbrenner-Lobby den Elektro-Autos reingedrückt hat?).
Aber wie auch immer, für diesen Werbeplatz wurde viel Geld ausgegeben. Und dann damit zu werben dass man #1 ist von etwas das keiner kennt ist schon eine großartige Leistung? Hatten die eine Agentur? Sprachlich natürlich auch ein Leckerbissen. “#1 von NEV”. Ey was bist Du Alter?
Na ja, früher war Audi und Vodafone, jetzt sind wir halt im Lidl-Zeitalter angekommen. Und ja, bei frischem Essen denken wir eigentlich alle nur an eins: Lidl! Früher bekannt durch den Modder-Geruch von verfaultem Verpackungskarton und gammeligem Dosen-Essen, jetzt der Frischekönig.
Ja, Wiesenhof muss auch dabei sein. Der freundliche Schlachthof Deines Vertrauens. Billig-König, Schimmelunterkunfts-Zwangs-Vermieter für Mindestlohn-Schlachtkräfte. Yes, ihr hättet mir sonst hier einfach gefehlt!
Klar, das offizielle Smartphone von Vivo kennen wir alle, geiles Gerät!
Eigentlich die einzig sympathische Bandenwerbung, aber in dem ganzen Trash wirkt es irgendwie auch nicht mehr ernstzunehmen. Tut mir bisschen leid für Euch Telekom, hatte man Euch über das werbliche Umfeld informiert?
PS: ein Highlight muss noch rein, kommt nur leider zu selten für Screenshot bisher, aber auch die bahn macht mit beim Trash-Werbungs-Wettschiessen mit dem wunderbaren Wechselspruch:
“Günstig mit den Sparpreisen” – Überblendung – “schnell im ICE reisen”. Hach.
Kürzlich sollten Eltern in der Grundschule von K4 ihre Berufe vorstellen, und ich habe mir gedacht – was soll ich lange erzählen, ich zeige Ihnen einfach ganz praktisch, was wir tun. Nämlich Unternehmen helfen, Ihren CO2 Footprint zu ermitteln und dann möglichst zu verringern.
Dafür musste natürlich erstmal kurz über CO2 und Klimawandel gesprochen werden – die Kinder waren da aber erstaunlich informiert und interessiert.
Was dann bemerkenswert gut funktioniert hat ist sozusagen eine schweigende Materialitäts-Analyse, die ich vorangestellt habe – anders gesagt: ich habe mich auf wesentliche Emissions-Treiber konzentriert, sowohl unter didaktischer als auch klimatechnischer Perspektive. Und dabei auch ein paar Details weggelassen, um es nicht zu komplex zu machen, also z.B. Unterscheidung Benzin- und Diesel-PKW.
Der Klassenlehrer muss viele CO2 Fragen beantworten…
Am Ende haben wir alles zusammengerechnet und den Gesamt-Fußabdruck ermittelt. Dann ausgerechnet wieviele Bäume man z.B. pflanzen müsste um das auszugleichen (sehr viele!). Ausserdem gab es ein paar spannende Erkenntnisse, z.B. dass die Fleisch-Mahlzeiten in der Mensa deutlich mehr CO2 verursachen, als die gesamte Schule an Strom verbraucht!
Cool waren am Ende auch die Diskussionen, was man verändern könnte. Weniger Fleisch essen, nicht mit dem Auto zur Schule kommen, weniger heizen und weniger Energie verschwenden usw. – aber wir haben auch über den Handabdruck gesprochen. Der ist bei den Kindern ja genaugenommen enorm weil sie Ihren Eltern sehr schön auf die Nerven gehen können…
Mir gefiel daran auch besonders (auch für uns Erwachsene ein Learning) wie einfach es ist, die wesentlichen Emissionen grob zu ermitteln und wieviel man – selbst als Grundschulkind – tun kann, um das Klima zu schützen!
Arbeitsblatt ist beigefügt, fühlt Euch frei das weiter zu verwenden und zu modifizieren!
Manchmal witzeln wir, dass auf den Zeugnissen unserer Kinder eigentlich auch eine Eltern-Note vermerkt sein müsste. Denn es ist wirklich krass, wie sehr Schule – vor allem die Gymnasien – darauf setzt, dass Eltern zuhause mithelfen.
Für uns, die wir zwar auch beide arbeiten, aber Ressourcen haben (Oma, Tanten, Geschwister oder eben Nachhilfe), ist das ein ärgerliches Detail in der Bildungsgeschichte unserer Kinder, aber auch nicht richtig schlimm.
Aber es ist schlimm. Nämlich für Menschen mit schlechterer Ressourcen-Lage, z.b. weil sie alleinerziehend sind oder die Sprache selbst nicht gut können, oder irgendwie anderweitig nicht die Power haben.
So ging es mir auch als K4 gestern mit den Mathe-Hausaufgaben um die Ecke kam, ich war zu müde und abgekämpft und es war auch wirklich viel.
Also habe ich die KI um Hilfe gebeten. Einfach Foto vom Heft gemacht und in ChatGPT hochgeladen:
Das war schon faszinierend. Um ganz sicher zu sein haben wir auch mal eine falsche Aufgabe produziert und ihm/ihr diese zur Prüfung vorgelegt:
Schon ein bisschen gespenstisch, oder? Aber auch faszinierend.
Aber richtig krass ist es nochmal, wenn man es sich jetzt im Kontext von Menschen mit weniger Ressourcen vorstellt. Also z.B. die syrische Mutter, die auch will, dass Ihr Kind gute Chancen hat und vorankommt. Oder die ukrainische. Denn Це так? heisst “alles richtig?”.
Und natürlich geht das nicht nur für Mathe-Aufgaben, die KI kann auch in nahezu beliebigen Sprachen Texte checken, hat Wissen über Erdkunde und Lyrik und weiß auch was Photosynthese ist.
Ich fände es so mega, wenn wir die Technologie in diesem Sinn weiterentwickeln würden, als Tool um Wissen und soziale Teilhabe gerechter zu verteilen und mehr Menschen gute Chancen zu geben.
“Es muss irgendwie was neues kommen” sagte meine Frau gestern, als ich ihr erzählt habe dass ich jetzt tatsächlich auch meinen Twitter-Account gelöscht habe. War aus einem Affekt, aber anders wäre es wahrscheinlich auch nicht möglich gewesen. Zu sehr habe ich daran gehangen, habe es lange geliebt, fast 40.000 tweets abgesetzt, fieberhaft dm’s geschrieben und darauf gewartet, Freunde gewonnen und verloren und so viel mehr. Habe mehrfach auch hier über twitter geschrieben, am Anfang vor allem diesen Text hier der das Anfangsfieber und die Hoffnung irgendwie gut einfängt. Kann gar nicht sagen was den letzten Anstoß geliefert hat, aber ich glaube es war die Aufhebung der Blocking-Funktion durch Musk – obwohl ich noch nicht mal weiß ob das bereits umgesetzt wurde. Ist auch egal, denn es ist einfach klar, dass das kein guter Ort mehr sein würde (und natürlich für die meisten schon längst nicht mehr war). Ich trauere auch sehr um die Möglichkeit der Gegenöffentlichkeit und der linken Vernetzung – nicht nur hier in diesem Wohlstands-Land, sondern auch im Iran oder in welchen Ecken auch immer in der Welt, die Vernetzung und Aufmerksamkeit brauchen um vielleicht überleben zu können. Auch für Euch hoffe ich, dass bald was gutes Neues entsteht. Glaube leider nicht, dass Mastodon diese Funktion erfüllen wird, aber mal schauen. Ich bin ein bisschen da erstmal im Asyl.
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Heute Post von unserem Gas-Versorger bekommen und nun ist es amtlich – wir haben in den vergangenen 12 Monaten unseren Gas-Verbrauch um 44% senken können! Und das alles über eine Reihe von meist kleineren Optimierungen, die ich gleich schildern möchte. Auch den Strom-Verbrauch haben wir signifikant senken können – um etwa 30%. Ich will mich/uns nicht zu sehr damit rühmen, denn es bedeutet auch einfach, dass wir zuvor wie bescheuert Energie verbraucht haben – aber das ist eben auch Teil dieser Story. Und obwohl ich glaube, dass wir im Klima-Schutz vor allem politische Maßnahmen und Veränderungen der großen Firmen benötigen tut es einen Moment lang gut, selbst im kleinen auch was bewirken zu können. Außerdem hatte ich wirklich Schiss vor der Explosion unserer Energie-Kosten und immer höherer Abschläge. Unser Abschlag für Gas hat sich jetzt fast halbiert. Wie schön. Auch fürs Klima.
Ich will im Folgenden mal kurz grob erläutern, was wir bei uns verändert haben um diese Einsparungen zu erzielen ohne zu sehr ins Detail zu gehen – eine Sache, sozusagen ein abstraktes Learning aus all den Sachen auf die ich gestoßen bin dabei aber schonmal vorab: Nicht nur BASF und unsere Groß-Industrie war in den letzten Jahren auf das Mantra der billig verfügbaren (russischen) Energie getrimmt – auch wir alle, und die Hersteller von Heizungen, die Ausbildungsbetriebe für MonteurInnen usw. – wir haben einfach viele Jahre nach dem Scheissegal-Prinzip gelebt. Und da das in den verschiedensten Tiefen unserer Verhaltensweisen, aber auch der Geräte und der Infrastruktur usw. eingegossen ist, wird es sich so ohne weiteres auch nicht schnell ändern. Es sei denn wir tun was. Dass es da Einsparmöglichkeiten geben würde war mir schon klar, aber 44% ist krass.
Also, was habe ich getan, erstmal im Bereich Gas. Zu unserem Setup, wir wohnen in einem Einfamilien-Haus und haben eine Gas-Zentralheizung mit zusätzlicher Solar-Thermie auf dem Dach.
Als erstes habe ich natürlich die Raum-Temperatur abgesenkt und an ein paar Stellen die Heizkörper-Thermostate ausgetauscht, so dass diese wieder besser regelbar waren. Habe auch diverse smarte Thermostate (von Homematic) im Einsatz, aber die sind noch wenig optimiert, da wäre noch weitere Luft drin. Habe auch einige Experimente unternommen um die Kinderzimmer nur dann aufheizen zu lassen wenn jemand da ist, das hat aber nur so mäßig funktioniert. Für diese Optimierung jetzt habe ich vor allem zentral in die Steuerung eingegriffen und das gesamte Temperatur-Niveau leicht abgesenkt (übrigens eine totale UI/UX Katastrophe diese Heizungs-Steuerung). Wirklich nur leicht, eher so auf 22C. Nacht-Abschaltung etwas vorgezogen. Etwas später mit der Aufwärmung begonnen. Und da den Einsatz der Solarthermie optimiert, die durfte nämlich in den vorherigen Einstellungen praktisch gar nicht ran. Denn bis dato war die Heizung auf “ab 6:00 morgen muss alles voll aufgeheizt werden” eingestellt. Da die Sonne erst um die Zeit aufgeht oder auch etwas später, hatte die Thermie praktisch keine Chance einen nennenswerten Beitrag zu leisten. Habe demnach den Beginn der Aufheizung leicht nach hinten geschoben und einen speziellen Parameter in der Heizung hochgeschraubt der den Einfluss der Thermie regelt, also wieviel die Zieltemperatur verfehlt werden darf damit die Thermie dazukommen kann. Auch die Absenkung des Zielniveaus hilft der Thermie, ebenso wie die Erlaubnis der Überheizung, denn das speichert ja Sonnen-Energie.
Dann war ein großer Block das Warmwasser. Das war wirklich verrückt, denn das war bei uns so eingestellt, dass praktisch von 5:30 bis 23:00 ständig 65C heißes Wasser in rauen Mengen zur Verfügung gehalten wurde. Das Aufheizen begann also etwa um 5:00 morgens. Keine Chance für die Sonne. Außerdem zu heiß und zu früh. Den Grund für zu heiß hatte ich auch schnell gefunden, denn die verfügbare automatische thermische Desinfektion war disabled. Dann muss das Wasser natürlich diese Aufgabe im Normalbetrieb übernehmen… Also enabled, Wasser-Temperatur abgesenkt bis an den Schmerzpunkt (=Familie beschwert sich über kalte Dusche). Dann habe ich mich gefragt: brauchen wir wirklich so viel heißes Wasser über den ganzen Tag? Natürlich nicht. Geduscht wird meist morgens und unsere Heizung verfügt über einen praktischen Schnell-Aufheiz-Knopf für den man halt in den Keller laufen muss. Nur 15min danach ist das Wasser schon ausreichend warm. Auch für eine Badewanne geht das so. Ergo habe ich die Warmwasser-Bereitung so modifiziert, dass sie überhaupt nur morgens stattfindet, danach bleibt das warme Wasser lauwarm – es sei denn, man drückt den Knopf. Das war wirklich nur eine kleine Komfort-Einbuße obwohl die pubertierende Tochter schon erstmal mit den Augen rollte. Und ich stehe wenn ich sehr früh los muss ab und zu unter einer fast kalten Dusche. Nicht so schlimm.
Ein nettes Zwischen-Finding war dann noch die Warmwasser-Zirkulations-Pumpe, die ich in einem hinteren Eck des Heizungskellers entdeckte. Man muss sich klarmachen, wofür die da ist: die sorgt nämlich nur dafür, dass das warme Wasser sofort aus dem Hahn kommt, wenn man es aufdreht, egal wo im Haus. Also eine totale Komfort-Funktion. Verbraucht in Summe ordentlich Strom. Hinzu kam bei uns noch, dass diese zwar mit einer Zeitschaltuhr geregelt wurde um sie nicht dauerhaft laufen zu lassen und in der Nacht weniger als am Tag – aber bei näherem Hinschauen stellte ich fest, dass die Zeitschaltuhr selbst auf Dauerbetrieb stand! Wahnsinn. Habe ich jetzt modifiziert, manchmal dauert es 1-2sec bis man warmes Wasser am Hahn hat, that’s it.
Was Gas und Heizung anbelangt war es das eigentlich, habe noch ein paar Räume (Keller, Spielzimmer im Dachboden) runtergeregelt und ein paar peinliche Dinge eingeführt, wie z.B. die Heizung in Sparmodus zu stellen wenn wir ein paar Tage weg fuhren. Auch das geht mit fast null Komfort-Einbußen wenn man die entsprechende Zeitschalt-Funktion in der Heizung beachtet (oder nette Nachbarn hat).
In Bezug auf Strom kamen noch ein paar Spezialmassnahmen dazu, habe die elektrische Fußbodenheizung in den Bädern komplett deaktiviert, bzw. wird nur noch on demand manchmal kurz angemacht wenn jemand badet z.B.. Wo ich einiges geändert habe ist die Kaffeemaschine. Wir haben da so ein Siebträger-Monster das dann guten Kaffee macht, wenn es gut vorgeheizt wurde. Und wir trinken gerne hier und da Kaffee über den Tag verteilt. Also war die so eingestellt, dass sie 4:30 morgens anging (!) und dann irgendwann 17 Uhr wieder aus. Die zieht aber im Heizbetrieb bis zu 2kWH! Auch das optimiert, viel später eingeschaltet, wird dann vormittags um 9:30 ausgeschaltet, dann mittags kurz wieder an, dann auch schnell aus. Ansonsten nur noch on demand.
Dann noch der Trockner. Zweites Wäschereck angeschafft. Familie darum gebeten den so wenig wie möglich zu nutzen (Augenrollen). Natürlich Glühbirnen gechecked und teilweise von Halogen auf LED umgestellt. Kleiner Sachen wie Töpfe beim Kochen mit Deckel, Backofen nicht zu sehr vorheizen sind auch klar. Dann noch die Kühlschränke: Erstmal Temperatur gechecked und hochgestellt, 8C reichen auch, unser Weinkühlschrank stellte sich als Klima-Sau heraus und kühlt nun fast gar nicht mehr (schon gar nicht in zwei Zonen, denn die wärmere Zone stellt er mit einer Heizung(!) her). Dann noch der sonstige Verbraucher und Standby-Check. Drucker im Keller ausgeschaltet. Zusatzheizung im Büro runtergeregelt.
Was ich in Summe wichtig finde: Die meiste Verschwendung von Energie beruhte auf Dingen, die einfach auf maximalen Komfort eingestellt waren. Entweder von mir/uns, oder vom Hersteller oder von den Handwerkern. Das war einfach das Mantra der letzten Jahrzehnte – uns soll es gut gehen, Energie spielt dabei praktisch keine Rolle. Die Komfort-Einbußen durch meine Maßnahmen sind aber echt minimal, habe zwar so zuhause Warmhalte-Pullis z.B. für die Kids gekauft und zwei Wolldecken fürs Sofa, aber so richtig gefroren hat hier niemand. Auch das mit dem Warmwasser ist kaum bemerkbar. Der Kaffee schmeckt noch immer.
Die meisten meiner Parameter sind gut generalisierbar und werden sich so oder so ähnlich an vielen Stellen anfinden, auch in großen Wohngebäuden wo die Verwalter vor allem Ihre Ruhe haben wollen und deswegen die Heizungen auf volle Pulle laufen lassen (dann beschwert sich niemand).
Wenn in dieser kleinen Einschränkung unseres Komforts das Potential für solch enorme Einsparungen liegt, dann haben wir was zu tun. Und dann kann jede/r was bewirken. Entweder im eigenen Haus optimieren oder mit dem Verwalter/Vermieter oder Arbeitgeber sprechen. Vor allem aber ist mir nochmal klargeworden, wie sehr das zerstörerische Verhalten in uns und in allem um uns herum steckt. Das müssen wir ändern.
Comments Off on Wie ich unseren Gasverbrauch um 44% und den Stromverbrauch um 30% reduziert habe – (fast) ohne zu frieren|Uncategorized
Dürfen bis zu 20kg schwer sein und sollten Dinge enthalten, die jetzt offensichtlich gebraucht werden in dem gebeutelten Land. Empfehlungen sind unter obigem Link zu finden, ich will noch ein paar Ergänzungen als Tipps hier auflisten, die wir mit reingetan haben – dann muss das nicht jeder selbst nochmal recherchieren.
Eins noch schnell vorab: man kann die Pakete mit dem Label für Ukrainian humanitarian aid zwar leider nicht dem DHL Typ mitgeben (sind nicht scanbar), aber man kann sie ziemlich einfach und unkompliziert ohne Warterei in der Filiale abgeben – müssen eben nicht in das System eingegeben werden.
Also, bei uns war neben Süßigkeiten, Milchpulver, Kaffee, Schmerzmittel usw. vor allem noch folgendes drin:
eine Wolldecke (komprimiert)
eine Kombi-Taschenlampe mit brauchbarer Solar-Aufladung, die sich aber auch über Kurbel und Netz aufladen lässt und verschiedene Licht-Optionen und ein Radio beinhaltet (ja in Ukraine gibt es UKW-Sender, habe ich gecheckt) –> amazon link
Trockengerichte die sich schnell zubereiten lassen, habe dabei erfreut festgestellt, dass “Uncle Bens” jetzt “Bens” heisst… –> amazon link
Batterien
ein aufladbares Kinder-Nacht-Licht (Baumarkt)
eine Lichterkette mit Batterie (Baumarkt)
eine aufladbare Camping-Lampe
Wir haben noch einen Brief mit Foto von uns beigelegt auf Ukrainisch und die kleine hat sehr süsse Support-Bilder gemalt. Aber das muss man natürlich nicht.
Comments Off on Hilfspakete in die Ukraine schicken|Uncategorized